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Das Amt

Ich kann gar nicht sagen, warum mich das polnischer Kino so fasziniert. Ist es das Detailreichtum der Situationen, der tiefe Blick hinter die Kulissen (Haltungen, Absichten und Neigungen der Handelnden) oder die Aussage darüber, worüber man nicht zu sprechen vermag? Vor einigen Wochen sah ich zum zweiten Mal einen Film, den ich vor einigen Jahren bereits teilweise ohne tieferes Verständnis schaute. Eine Betrachtung dessen, was wir unter dem Begriff „Amt“ kennen: Eine Verwaltungseinheit eines Staates. Doppeldeutig im Sinne des Filmtitels wird es erst, wenn man eine andere Definition hinzu nimmt: Institution mit einem bestimmten Auftrag. Diese Deutung steckt hinter der Kirche im Allgemeinen („das Amt Petri“, „das Hirtenamt“ etc) und den Dikasterien (Ämter bzw. die Abteilungen) im Vatikanstaat im Besonderen: Da wäre die Kongregation für den Klerus, das Heilige Offizium oder die Rota Romana (das oberste Kirchengericht). Die letzte spielt in diesem Film eine bestimmte Rolle. Es geht darin um einen Kirchenrechtler, dem das Recht auf die Ausübung seines Berufes vorenthalten wird. Dass er es so nicht hinnimmt, kann man schon vermuten.
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„Mała sprawa“ – „Ein kleines Anliegen“

Noch eine vergessene Perle der polnischen Filmemacher. Eine Komödie – obwohl nicht als solche ausgezeichnet. Man könnte es auch als sozialkritische Tragödie verkaufen. Komisch und tragisch zugleich.

Wir haben das Jahr 1975. Ein polnischer Metalvearbeitungsbetrieb, ein Zeichen des Fortschritts und der Industrialisierung wie es im Buche steht. Über Umwege bekommt die Leitung des Betriebes mit, dass ein ranghoher Politiker der Kommunistischen Partei einen Überraschungsbesuch plant. Um einen solch hohen Besuch gebührend zu empfangen, muss jedoch noch viel erledigt werden.
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Drei Farben. Weiß.

Teil Drei des „Triptychon“  habe ich vor ca. zehn Jahren gesehen und relativ schnell wieder vergessen. Ein Film, dem man wegen der einfach gestrickten Geschichte gut folgen kann. Vielleicht zu gut. Man bleibt gerne bei den „Fakten“ stehen. Auf den zweiten Blick (z.B. nach mehrere Jahren – wie bei mir) entdeckt man die „Geschichte hinter der Geschichte“.

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Der Alptraum

Am 6. Juli 2008 wäre Franz K. 125 Jahre alt geworden. Die meisten kennen und verachten seine Prosa: Es mache zu viel Angst, es sei krank… Ich sehe in ihm den ersten mündigen Bürger, der den modernen Staat aus der Sicht der einfachen Menschen darstellt: als übermächtigen unbarmherziger Moloch, dem man nichts entgegen setzen kann. Deshalb widme ich dem zu früh verstorbenen Franz K. diese Erzählung, die genauso von ihm hätte stammen können und stelle sie der Allgemeinheit unter Public Domain Lizenz – mit der Einschränkung, dass der Name der Autors nie genannt wird, so als ob das jeder von uns hätte schreiben können.

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7 Leben, Schuld und Sühne…

Unter dem Titel „7 Leben“ wird in den deutschen Kinos der neue Film mit Will Smith gezeigt. Einer der Wenigen, die auch ohne Spezialeffekte auskommen. Das rätselvolle Handeln und die sporadischen Schaltungen in die Vergangenheit von Ben Thomas kann leider erst am Ende des Films zu einer sinnvollen Geschichte zusammenflicken. Deshalb eine kurze Inhaltswiedergabe:

Ben Thomas ist ein hochintelligenter Ingenieur mit MIT-Abschluss. In seinem Hochmut und seiner Ignoranz glaubt er, alles seinem (beruflichen) Leben unterordnen zu können. Das Missachten einfachster Regeln im Straßenverkehr (Handy am Steuer) führt zu einem Unfall, in dem sieben Menschen seinetwegen das Leben verlieren. Das kann er nicht akzeptieren und versucht mit seiner Schuld klar zu kommen. Er fasst einen Plan, sein ganzes Hab und Gut – seinen Körper und sein Leben eingeschlossen – anderen zu schenken, damit diese am Leben bleiben.

Auf den ersten Blick ein bewundernswertes heroisches Tun. Doch was steck hinter dieser Selbstaufopferung?

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„Gott gibt es wahrscheinlich nicht…“ Na und?

Es ist komisch bis lächerlich, dass sich eine bekennende Atheistin über den Glauben an Gott aufregt. Sie wissen wohl was ich meine: eine Britin, die nicht an die Existenz Gottes glaubt (wohl genauso wie an den Himmel oder die Hölle), sich aber über einen Schriftzug auf einem Stadbus ala „Wer nicht an Jesus glaubt, fährt zu Hölle“ aufregt. Dabei ist dieser Spruch an einem Bus wohl eindeutig eines Schmunzlers wert… Ich weiß nicht, ob alle Atheisten ebenso humorlos sind wie diese Frau – ich kenne davon zu wenige. Eines steht für mich fest: Solange ich verneinen würde, dass Radioaktivität gesundheitsschädlich ist, würde ich mich nicht über einen Kernkraftwerk vor meiner Haustür aufregen.

Doch was hat das ganze mit diem Blog und seinem Autor zu tun? Finden Sie’s heraus!

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(K)Eine Weihnachtsgeschichte

Dieses „christliche Weihnachtsmärchen“ aus Polen widme ich allen, die Leiden und in dieser Zeit „Wort wörtlich“ nichts zu Lachen haben. Möge ihnen diese Geschichte Trost und Zuversicht spenden…

In der Hohen Tatra, ganz im Süden Polens in der Nähe des Ortes Zakopane (was zu deutsch „vergraben [im Schnee]“ oder „zugeschüttet“ heißt) lebte in etwa vor hundert Jahren ein Schäfer. Er liebte seine Heimat über alles: die hohen Berge, das Morskie Oko (den kalten Bergsee zwischen den steilen Wänden der Berge) und die unvergleichlich schöne Natur. Anders als sein Bruder wollte er um keinen Preis die Tatra verlassen und nach Schlesien in die Welt der Kohlebergwerke ziehen. Er nahm es auch hin, dass er nur als Schäfer für den reichen Herrn arbeiten durfte. Er verdiente mit dem Hüten fremder Schafe gerade so viel, dass er seine Familie ernähren konnte. Seine Familie – vor allem seine liebevolle Frau – gab ihm immer Halt, wenn er unter der Last der Sorgen zusammenzubrechen drohte. Er liebte sie und dankte Gott jeden Tag für dieses – wie er es nannte – „himmlische Geschenk“. Sie hatten zwei Kinder und erwarteten ein drittes. Doch mit jedem Monat wurde seine Frau immer kränker und kränker. Man befürchtete sogar, dass sie vor oder während der Geburt sterben würde…

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Krabat – der Fim, den die Welt nicht braucht

„Kino – dafür werden Filme gemacht“ – drönt es zur Begrüßung aus den Lautsprechern im Kino. Man fragt sich manchmal schon, was die dann unter „Kino“ verstehen… Einen reisen großen Schlafsaal? Vielleicht war das schon Blauäugigkeit meinerseits, in einen Film zu gehen, der auf dem Plakat mehr Schwarztöne hat als eine Soutane (Priesterrock)…Weiterlesen

Die Handy-G E Z ist da (?)

Kaum wurde die GEZ auf PC’s mit Internetanschluss erhoben, schon haben die Sesself…zer der öffentlich-rechtlichen anscheinend eine neue Idee, wie man uns die Kohle aus den Taschen ziehen könnte. Wohl nur echte Eremiten (Ordensleute, die Einsamkeit und Medienenthaltsamkeit geloben) werden nicht zu potenziellen G E Z-Zahlern.

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„Drei Farben: Blau“ von Krzysztof Kieslowski

Nach einigen Jahren sah ich erneut den Film „Trzy kolory: Niebeski“ bzw. „Drei Farben: Blau“ von Kszysztof Kieślowski. Wie die drei Farben schon andeuten gibt es neben Blau Rot und Weiß. Ein Dreiteiler (eine Trilogie) also…
Aus Neugier wollte ich erfahren, was die online-Filmkritier so darüber schreiben. Sowohl wikipedia’s Beschreibung als auch einige andere konzentrieren sich sehr auf Freiheit als Hauptthema. Ich sehe es etwas anders…
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