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„Das eucharistische Fasten“ – der Laienklerikalismus

Der Weg durch die Zeit der weltweiten Corona-Hysterie war lang und geprägt von Verzicht. Für gläubige Katholiken war das auch eine schlimme Zeit der Entbehrung der heilbringenden Sakramente, die bekanntlich nicht nur im Jenseits wirken, sondern auch hier eine starke Stütze für die leidende Seele sind. Umso schlimmer wird es von vielen empfunden, dass die deutsche Amtskirche übermäßige Stränge im Bezug auf die Gottesdienste hat walten lassen. (In anderen Ländern blieben die Ansteckungszahlen viel kleiner, obwohl die Gottesdienste im Beisein mehrerer Gläubigen gefeiert wurden – so z. B. in Polen.) Schlimm an der Situation ist, dass es in Deutschland nicht mehr besser werden wird. Der seelsorgerische Trend geht in Richtung „sakramentale Dürre“.

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„Was ist Gebet?“ – kindgerecht erklärt

Im Rahmen der Vorbereitung auf die erste Heilige Kommunion darf das Thema „Gebet“ nicht fehlen. Doch es ist nicht so einfach, vom Gebet zu sprechen, wenn man es nicht verinnerlicht hat. Auch ein einfaches und einleuchtendes – für Kinder gängiges – Bild (eine Analogie) zu finden, ist gar nicht so simpel. Im Gespräch mit der Leiterin des diesjährigen Kurses durfte ich mein Erklärungsversuch vorstellen und später die Aufnahme durch die Kinder evaluieren. Es ist erstaunlich, wie gut es funktioniert!

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Von Königen, Priestern und Propheten

In einer katholischen Taufe wird ein Jahrtausende altes Ritual verwendet, welches liturgisch wenig bewanderten und biblisch nicht sehr sattelfesten Christen seltsam anmutet. Die Salbung. Sie stammt aus dem Alten Testament und bezog sich insbesondere auf die Könige (z.B. David). Mit der katholischen Chrisam-Salbung (weil so das duftende Gott geweihte Öl genannt wird) werden alle seine neuen Mitglieder zu Königen, Priestern und Propheten gesalbt.

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„Was nichts kostet, ist nichts wert!“

Diesen Spruch kennt jeder. Viele glauben es auch. Nicht zuletzt wegen dieser Leichtgläubigkeit hatte das Betriebssystem GNU/Linux vor allem in Deutschland einen schweren Start. Und heute? Man schätzt, dass Zehn Milliarden Geräte auf unserem Planeten von genau diesem quelloffenem System gesteuert bzw. damit betrieben werden.

Ist diese Redensart falsch? Nein, nicht ganz. Richtig ist, dass wir den Wert der Dinge in Kosten messen: Teure Laufschuhe sind besser als günstige; Fidschi-Wasser ist gesünder als das aus dem Hahn; Und ein Urlaub auf Bali erholt einen besser als einer im Allgäu. Erwiesener Maßen sind diese Sätze falsch: Erholen tut uns der innere Abstand, den wir im Urlaub gewinnen; Das Wasser der Stadtwerke ist nicht nur ökologischer, sondern auch genauso bekömmlich. Und Laufschuhe machen einen Gelegenheitsläufer nicht zum Weltmeister. Es ist der Wert – und da sind sich die Psychologen einig – den wir selbst in unseren Köpfen geschaffen haben. Unsere Investion in etwas überzeugt uns. Die Zeit, die Mühe und das Geld machen etwas wertvoll. Aber auch etwas anderes!

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Klerikalismus 2.0

In der römisch-katholischen Kirche geht ein Gespenst um: der Klerikalismus. Durch einige – oft missverstandene – Aussagen des Papstes Franziskus fühlen sich viele linksliberal verortete Katholiken ermutigt, eine Jagt auf die Priester zu organisieren. Es braucht jedoch keine Weihe, um Klerikalismus auszuleben. Das ist der „Klerikalismus Reloaded“ oder „Klerikalismus Version 2.0“, um es Internetsprache auszudrücken.

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Wenn Gottesdienste Autos wären…

Zu den Werkzeugen eines Rethorikers gehört neben den Fragen an die Zuhörer vor allem die Simplifizierung und die Vergleiche – Analogien die die eine Realität über eine andere beschreiben. Eine solche Analogie möchte ich heute nutzen, um meine Erfahrungen mit den Gottesdiensten in der katholischen Kirche in einer zuspitzenden aber auch erfrischend-lustigen Form aufzuzeigen.

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Jahrestag

Die Verheirateten haben den Hochzeitstag, die Datenschutzbeauftragten haben das DS-GVO-Jubiläum. Ein Tag, an dem man zurück blickt, sich auf die Schultern klopft (wenn es gut gelaufen ist) oder Besserung gelobt. Die Feuerwehren und andere Not- und Rettungsdienste haben es zur Gewohnheit gemacht, neben den Feiern auch eine Jahreshauptübung abzuhalten, um in Form zu bleiben. Warum sollen die DSB ihrem Beispiel nicht folgen?

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Was die Kirche von der Feuerwehr lernen kann

„Was haben ein Arzt und ein Elch gemeinsam?“ – so oder so ähnlich fangen viele Witze an. Die witzigen Antworten verblüffen. Manchmal sind sie tiefsinnig, manchmal oberflächlich. Eine weit her geholte Ähnlichkeit – meist eine Homonymie oder Analogie – lässt uns glauben, zwei Dinge hätten tatsächlich etwas miteinander zu tun.

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EU-Datenschutzverordnung am Horizont – Eine Praxisanleitung

Die Europäische Union mit ihrer Regulierungswut bescherte uns schon so einige Ärgernisse. Die neueste Erfindung ist des Einen Freud und des Anderen Leid: die 99 Artikel über den Schutz der Daten, die eine Person identifizieren. Sie entwickeln ihre Rechtskraft direkt in allen Ländern der Union und können – wie so viele Gesetze – von findigen Anwälten und unzufriedenen Kunden zu Zwecken der juristischen Kriegsführung (sprich: Abmahnung) verwendet werden. Der gute Gedanke des Schutzes der personenbezogenen Daten sollte ursprünglich Facebook und andere große Datenverarbeiter in die Schranken weisen. Leider traf man auch die Kleinen. Ja, sogar Vereine, Kirchen, Schulen und Privatpersonen unterliegen dem generellen Verbot mit Erlaubnisvorbehalt, sobald sie Namen, Adressen, Telefonnummern, IPs oder Fahrgestellnummern der Autos nicht aus privaten oder familiären Gründen auf einem Blatt Papier aufschreiben. Wie man Angesichts der vielen Vorschriften gesetzeskonform das tägliche Geschäft erledigt bekommt, will dieser Beitrag zeigen.Weiterlesen