Der , den ich neulich auf TV gesehen habe, wäre das Ticket eines epischen Großformat-Streifens in einem Premium-Kino wert gewesen. Doch ich nicht, dass man ihn in einem deutschen Kino wird jemals sehen können. Zu viele Linksradikale trachten nur danach, Menschen und Unternehmen Schaden zuzufügen, die den Film, wie jeden anderen guten Film behandeln würden. Ein wertvoller Beitrag zur ethischen Debatte im breiten Publikum einer ganzen Nation. …der von der ganzen Nation aus falscher Rücksicht nie gesehen wird.

In meiner Welt bekäme die US-Produktion je einen Oscar in den Kategorien: Biographie, Aufklärung, Menschenwürde und Gefühle. Dass es sich hierbei nicht um die offiziellen Kategorien der Awards handelt, dürfte jedem klar sein. Sie helfen, den Film schlicht besser einzuordnen. Es geht z.B. um Menschen und ihre Würde, die nicht durch eine Eigenschaft wie lesen oder atmen können entsteht, sondern immer da ist. Aber fangen wir von vorne an!

Es ist eine Verfilmung einer Biographie. Einer – wie ich finde – sehr spannenden Biographie. Zugleich ist es ein Aufklärungsfilm über das scheinbar Gute, das ein Geschäftsgebaren an den Tag legt, welches man ansonsten nur von Drogendealern kennt. Wäre nicht die Geschichte einer Frau das Objektiv, durch das man die Dinge sieht, könnte man auch von investigativer Dokumentation sprechen. Es ist eine unverblümte Wahrheit, schockierend aber doch nicht ganz trocken. Dennoch an entsprechenden Stellen faktisch und sachlich.

Gezeichnet wird das Bild einer jungen Frau, die Gutes tun will. Sie selbst hat die „Hilfe“ auch erfahren und möchte sie anderen angedeihen lassen. Die Art von Ausweg war für sie eine Notlösung und scheinbar akzeptabel. „Wer am Ertrinken ist, würde sogar nach einem Rasiermesser greifen.“ – sagt ein polnisches Sprichwort. In schlimmster Not und aus falscher Scham scheinen Dinge opportun, derer man sich sonst schämen würde. Dass sie es tat, wird nicht verurteilt. Es wird sehr subjektiv aus ihrem Standpunkt heraus gezeigt. Auch, wie sie später darunter leidet. Das moralische Gewissen sind ihre Familie, ihr zweiter Ehemann (und etwas spät auch sie selbst). Man toleriert ihren Fehler, benennt ihn aber auch als solchen.

Es ist ein Film über und ihre Probleme. Und genau deshalb ist es kein Film für Frauen. Dieser Film ist für . Ihnen fehlt es oft an Einsicht in die Welt der Frauen, die nur zu gerne eine Zuckerguss-Fassade aufrecht erhalten. Kein Wunder, dass viele Männer medizinische Behandlungen, die mit ernsten Gefahren für Leib und Leben der Liebsten einhergehen als probates Mittel zur Lösung eines „ungewollten Problems“ ansehen. Schonungslos wird aufgedeckt, wie riskant die Eingriffe sind und aus welchen (aus der Perspektive betrachtet) lächerlichen Gründen die Frauen sich das antun. Ein Weckruf an die Männer: kümmert Euch um eure Frauen und beschützt sie vor diesem Horror! Auch ein unsensibles Beschimpfen wird da angeprangert, denn die Hintergründe und die Not bleibt den meisten von uns verborgen.

Ganz und gar nicht gut werden die selbsternannten Helfer rüber kommen. Und das ist gut so! Nein, nicht die vielen Gutmenschen, sondern die mit allen Wassern gewaschene Elite, die hinter einer Fassade guter Vorsätze ein knallhartes Geschäft, persönliches Reichtum oder wenigstens Macht und Ruhm erhoffen sowie autoritäre Führung als Ziel ansehen. Im Namen der Aufklärung wird die Aufklärung mit allen Mitteln verhindert. Im Namen des Schutzes wird ein Geschäft mit den Wehrlosen betrieben. Angebot richtet sich, anders als gedacht, nicht nach Nachfrage sondern umgekehrt! Die Anfrage wird an die gewünschten Zahlen angepasst.

Erschreckend ist, mit welchen Lügen gearbeitet wird. Es werden nicht bloß die Langzeitfolgen wie Unfruchtbarkeit oder psychisches Trauma verschwiegen. Die direkten Auswirkungen werden als harmlose Nebenwirkungen dargestellt. Es wird den Frauen in Not nicht einmal die halbe Wahrheit erzählt. Schon das wäre Grund genug, den Film als Bildungskino für die Sexualkunde verpflichtend einzuführen. Aufklärung soll nicht bei „Dr Sommer“ stehen bleiben.

Noch ein letzter Grund, warum alle Männer den Steifen sehen müssen: ungeplant heißt nicht unglücklich. Geschenke und Überraschungen sind nie geplant. Aber gerade deshalb machen sie uns glücklich! Wir haben uns an die weibliche Beliebigkeit gewöhnt und dennoch stört sie uns. Das eine Ehepaar freut sich auf das Kind und beerdigt in tiefer Trauer einen Sarg mit einer kleinen Dose. Ein anderes, nur weil es nicht gewollt war, behandelt es wie Müll. Doch die Menschenwürde des Ungeborenen hängt weder von deiner Entscheidung ab, es zu lieben, noch davon, ob die Frau es nur als „ihr Bauch“ ansieht. Es hat eine eigene Würde, die uns allen gemein ist. Als Männer haben wir den Auftrag, unsere Frauen und Kinder zu beschützen und nicht bloß auf Kommando abspülen oder Wäsche aufhängen – wie es uns gerne Frauen weiß machen wollen. Nach diesem Film wird uns die originäre Aufgabe bewusster denn je.

Deshalb meine Einladung an alle Herren: Schaut Euch Unplanned (2020) an. Es ist überhaupt nicht schwermutig oder Frauen&Gefühle-lastig. Es ist leichte Kost mit schönen Aufnahmen und einigen unschönen Bildern. Vor allem ist es eine wirkliche Lebensgeschichte, die darin endet, dass man für seine Überzeugungen einstehen muss.