Am 6. Juli 2008 wäre Franz K. 125 Jahre alt geworden. Die meisten kennen und verachten seine Prosa: Es mache zu viel Angst, es sei krank… Ich sehe in ihm den ersten mündigen Bürger, der den modernen Staat aus der Sicht der einfachen Menschen darstellt: als übermächtigen unbarmherziger Moloch, dem man nichts entgegen setzen kann. Deshalb widme ich dem zu früh verstorbenen Franz K. diese Erzählung, die genauso von ihm hätte stammen können und stelle sie der Allgemeinheit unter Public Domain Lizenz – mit der Einschränkung, dass der Name der Autors nie genannt wird, so als ob das jeder von uns hätte schreiben können.

Als K. am Morgen sein Haus verließ, schien ihm der anbrechende Tag so gewöhnlich wie jeder andere auch. Wie immer etwas verspätet startete er den Motor seines Autos, holte den Eiskratzer heraus und versuchte, die Scheibe vom dicken Raureif zu befreien. Er gehörte zu den Menschen, die der Umwelt zuliebe schon hundert Meter vor der roten Ampel den Fuß vom Gas nehmen, jedoch keine teure Stadtrundfahrt auf sich nehmen wollen, um zweimal so spät an ihrer Arbeitsstelle anzukommen. Wie immer ärgerte er sich über das Unvermögen seiner Nachbarin, das Auto im akzeptablen Abstand zu anderen Fahrzeugen zu parken. Mit der ebenfalls typischen Vorgehensweise „drei mal vor, drei mal zurück“ fuhr er endlich auf die Straße heraus und schaltete das Radio ein. Diese Tätigkeit war für ihn bezeichnend: er fuhr nur ungern, ohne zu wissen, wo ihn die verhassten Blitzer erwarten. In diesem Moment hätte der alltäglich Weg zu Arbeit beginnen müssen und der Routine freien Lauf lassen. Eine Stimme im Lautsprecher versetzte ihn in Angst. Die Macht der vor ihm ablaufenden Bilder eines gewöhnlichen Wintermorgens war vorbei. Diese leicht quietschige Stimme mit einem süddeutschen Akzent erinnerte ihn an den vergessenen Albtraum, der ihn diese Nacht plagte. Ein kleiner Mann ihm Rollstuhl verfolgte K. auf Schritt und Tritt. Ein böser Blick beobachtete jede seiner Regungen. Es half auch nicht, dass K. versucht hat zu fliehen. Egal wie schnell er lief – der kleine Mann im Rollstuhl blieb immer einen Schritt hinter ihm. Je mehr sich K. im Traum anstrengte, sein Verfolger war immer da. Schlimmer noch: Er beschimpfte ihm und meinte immer wieder: Er erwische K. früher oder später. Dieser Schreckgespenst der letzten Nacht konnte sich in den Arbeitstag hinüber retten. Er ließ K. nicht los, so dass K. immer und immer wieder eine plausible psychotherapeutische Erklärung sich darauf zu reimen versuchte. Vergebens! Einen Sinn wollte keine Deutung ergeben. Die bedrohliche Stimme des fremden klang wie ein Echo in seinen Ohren noch Stunden danach.

Auf dem Weg zu seiner Arbeit fuhr er an mehreren Geräten, die die allgemeinen Verkehrssicherheit verbessern sollten. „Es ist schon bizarr. An diesem Blitzer bin ich schon so oft zu schnell gewesen. Noch nie hat sich ein Blitz ausgelöst…“ dachte sich K. Er war diesbezüglich ein etwas seltsamer Mensch. Seine erste Anstrengung eines jeden Tages war das ausstrecken des Arms auf der Suche nach der Fernbedienung seines Radios. Die Nachrichten war sein Morgen- und Abendgebet. Morgens interessierte ihn am meisten die Verkehrslage. Er hasste es, im Stau zu stehen. Jede Sekunde war ihm so wertvoll wie ein Lebensjahr. So war er kein angenehmer Zeitgenosse unter Vierradbesitzern. Es war ihm ungeheuer wichtig, auf jeder Strecke den Tempolimit samt Tolleranzgrenzen auszunutzen. So erstaunte ihn die Tatsache, dass noch nie ein Bußgeldbescheid ihn – in der Familie als Raser gebrandmarkt – erreichte. „Vielleicht sind es nur Attrappen. Oder man nutzt sie anderweitig zur Videoüberwachung der Straßen am Rathaus.“ K. war einen Moment verwirrt. Er ging wohl zu tief in sich und hätte die Bremslichter seines Vordermanns beinahe übersehen. Ein Adrenalinschub ließ die Wärme aus seinem Brustkorb in das Gesicht aufsteigen. Jetzt war er wach. Auf dem Parkplatz vor seiner Firma fiel ihm sogar auf, dass der letzte Stellplatz, der sonst für den Vorstand reserviert war diesmal besetzt war. Es war ein unauffälliger silbergrauer Passat Kombi mit den Kennzeichen des Landkreises. Darin schien sogar jemand zu sitzen und etwas auf dem Beifahrersitz zu suchen. „Ist das etwa ein Autodieb? Und dann genau in einem Auto, welches dort hätte gar nicht sehen dürfen?“ K. beschloss diese Situation zu ignorieren und ging geradewegs zu den Aufzügen.

Auf dem Gang zwischen den „Aquarien“ – wie man dort die verglaste und völlig blickdurchlässige Einzelarbeitsplätze der „Geistigen Elite“ nannte. In der Höhe der Gruppenarbeitsplätze hörte er ein ihm wohl bekanntes trillern seines Firmen-Telefons. Auch wenn das Laufen unter den Anzugträgern mit abgeschlossenem Zahlenverkäuferstudium als verpönt galt, beeilte er sich zu seinen Arbeitsplatz. Er ließ seinen Rucksack fallen und legte in einem Sekundenbruchteil den Kopfhörer um seine Ohren. Mit geübtem Druck auf die leicht schräg absteigende Verbindungstaste nahm er das Gespräch an. Statt einer menschlichen Stimme hörte K. jedoch nichts oder nur ein leises Summen, denn er sagte drei mal „Hallo“ und trennte die Verbindung. Jetzt konnte er seinen Mackintosh abnehmen und auf der Garderobe unter den vielen modischen Jacken aufhängen. Doch der Anrufer schien nicht aufgegeben zu haben. Es klingelte an seinem Arbeitsplatz erneut. Diesmal kam das Gespräch – wenn auch mit einem leisen Summen im Hintergrund – zustande. Es war sein Freund aus der alten guten Studienzeit. Obwohl ihre Interessen sehr unterschiedlich waren (und ihre Studienrichtungen trotz der Differenz im Gegenstand der Forschung von Laien stets miteinander verwechselt worden sind), war ihre Freundschaft ein unbezahlbares Sich-Gegenseitig-Ergänzen. Einige Bekannten dichteten ihnen aufgrund dieser Tatsache eine unmoralische Nähe, die in den meisten Ländern dieser Welt seit einigen Jahren als legal galt. Dieser Freund rief ihn von Übersee aus an. Er verließ nämlich ihre gemeinsame Heimat, um seinem Hobby – der Netzwerksicherheit – wissenschaftlich nachzugehen. Kurz nach dem Beginn seines Studiums wurde er von einer namhaften Firma abgeworben. Man hat ihm versprochen, seine Erkenntnisse in Form von Software in die Tat umzusetzen. Als Informatiker und berühmter Blogger übernahm er die Verantwortung für seine Daten selbst in die Hand, indem er einen Server mietete und mit seiner Software absicherte. Dieser Server war zugleich die Kommunikationszentrale für beide.

K., der nur wenig von Serverbetrieb verstand nutzte die Dienste seines Freundes, weil die Technik so zuverlässig schien, wie die Freundschaft selbst. Ohne viel zu floskeln, offenbarte der Informatiker den wahren Grund seines Anrufes: „Wir haben ein Problem“ – sagte er, als versuchte er laut zu flüstern. K. Fühlte sich auf einmal schlapp, ohne zu wissen, was der Grund sein soll. Es fiel im auch nichts ein, was diesen Ausspruch rechtfertigen könnte. „Unser Allerheiligstes ist unter schwerem Beschuss. Wahrscheinlich wirst Du den Server heute kaum erreichen können. Ein Botnetz versucht ihn tot zu kriegen. Das wird ihnen wahrscheinlich kaum gelingen. Es ist so unglaublich: Als hätte jemand meine Software testen wollen… Doch das seltsame ist, dass darunter auch Regierungsrechner beteiligt sind! Und zwar deutsche, wie amerikanische.“ K. wusste nicht so recht, warum er das ganze zu hören kriegt. Sein Freund wirkte noch nie so erschrocken. Noch nie, als es um die Technik ging. Sollte er sich Sorgen machen? Da kam der erlösende Satz: „Wahrscheinlich hat das nichts mit Dir zu tun, aber mit den Emails – das wird heute wohl nichts werden. Ich mach‘ mich hier schlau und sag‘ Bescheid, wenn’s so weit ist.“ K. beruhigte seinen Freund und wünschte ihm zumindest noch ein paar Stunden erholsamen Schafes und beendete das Gespräch, um nicht als Quasseltante des Tages betitelt zu werden.

Sein Arbeitstag begann so langweilig und unschuldig, wie jeder andere auch. Vielleicht von dem Alptraum und dessen Folgen angesehen. Einige Stunden später geschah etwas seltsames: sein Rechner wurde plötzlich langsam und die Festplatte ratterte minutenlang. Als der Bildschirm keine Bewegung mehr anzeigte, war K. sehr verunsichert und schlug den kürzesten Wege zum sogenannten Helpdesk ein. Es war das Büro des hiesigen IT-Sheriffs, der ein sehr einsames Dasein am Ende des Flures fristete. Angeblich haben ihn Kollegen schon dabei ertappt, wie er mit den Firmen-Servern sprach. In Wirklichkeit war er ein sehr intelligenter und ruhiger Typ, den man gut leiden konnte – schon nach dem ersten Bier. Nach einer kurzen Schilderung des Vorfalls, legte er den Lötkolben weg, stand auf und ging mit K. zu seinem Arbeitsplatz. Er schubste einmal die Maus, warf einen Blick auf die fröhlich blinkende Leuchtdioden und drückte den magischen Knopf, auf den laut Anweisung nur der Administrator drücken durfte. Der Rechner piepte einmal kurz und begann mit der Startsequenz. Der unausgeschlafen wirkende Informatiker sagte nur kurz „Das ist doch nicht möglich bei diesem System“, stand auf und ging in Richtung des eben abgelegt heißen Lötkolben zurück. Während er seine RFID-Sicherheitskarte zog, um die wichtigste Tür auf diesem Flur zu öffnen, stand eine Arbeitskollegin auf und schrie halblaut mit einer unsicher wirkenden Stimme: „Ich glaube, ich habe ein Problem. Kannst du kommen?“ Es kam nicht selten vor, dass der Junge vom Arbeitsplatz zum Arbeitsplatz „weitergereicht“ wurde, nachdem ein einziger ihn aus seinen Büro herauslocken konnte. Dies schien sich auch jetzt zu bestätigen. Kaum erreichte er die mutige Kollegin, schon meldete eine weitere einen Anspruch auf Betreuung an. Nach fünf Minuten wartete jeder auf ihn. Kein einziger Rechner war zu gebrauchen. Auch die Krawattenträger aus den Aquarien, die aus Sicherheitsgründen in einem getrennten Netz abgeschottet waren, verließen nacheinander den Schreibtisch und schauten dem mittlerweile hektisch wirkendem Administrator zu. Dieser lief in sein Büro, kam sofort wieder heraus und schrie: „Alle Rechner vom Netz trennen!“. Alle Mitarbeiter suchten eine Möglichkeit, diese Aufforderung in die Tat umzusetzen. Nachdem die meisten Computer außer Betrieb waren, hörte man nichts als Stille. Man staunte über diesen unerklärlichen Zustand und begann zu flüstern. Plötzlich klingelte das Telefon. K. staunte zwar, dass diesmal eine unbekannte Nummer aus der Stadt seines Freundes angezeigt wurde, ging aber wie üblich dran. Es war sein Freund – der Spezialist für Netzwerksicherheit. K. legte seine Hände über den Kopfhörer und schloss die Augen. Man merkte ihm an, wie sehr er sich bemühte um etwas zu verstehen. Er schrie in das Mikrofon, als würde er versuchen mit einem öffentlichen Münztelefon in der Nähe einer belebten vierspurigen Straße einen Termin mit einem Inder aus einem Büro in New Delhi auszumachen. „Ich kann dich kaum verstehen!“ leitete ein mehrfaches „Hallo“ ein. Danach nahm K. seinen Kopfhörer ab und setzte sich wieder hin. Es dauerte nicht mehr lange, bis sein Handy klingelte. Da die Computer immer noch ohne Strom wie überdimensionierte Briefpapierbeschwerer herum standen, erlaubte sich K. dieses Gespräch fern seines Arbeitsplatzes in der Herrentoilette fortzusetzen. Diesmal war es ernst. K. ging im Kreis herum und spielte mit seiner linken Hand an den immer weniger werdenden Haaren auf seinem Kopf herum. Es war sein Freund, der keine Kosten um Mühen scheute, um die Details seiner Nachforschungen an K. weiterzugeben. Und die machten K. richtig Angst. „Du darfst es niemandem erzählen. Es ist ein Staatsgeheimnis. Kein Witz! Ich habe die Situation mit dem Angriff und den Regierungsrechnern meinem Schwager erzählt. Er entwickelt Algorithmen zur Erkennung von Computerviren. Er verliert seinen Job, wenn es herauskommt… Ein geheimes Abkommen zwischen Malware-Schutz-Firmen und den Regierungen der EU und der USA garantiert, dass jede dieser Regierungen mit ihrer eigenen Signatur jegliche Art von Software auf deinem Rechner installieren darf, ohne dass dies von den Antivieren unterbunden wird. Es ist streng geheim und niemand darf es wissen. Öffne keine Email-Anhänge, die du nicht angefordert hast. Misstraue jeder Datei. Du bist niemals sicher. Gott allein weiß, was die alles machen können.“ K. unterbrach den paranoid wirkenden Monolog seines Freundes. „Kann es sein, dass dadurch auch ein ganzes Netzwerk von Rechnern lahm gelegt wird? Ich habe nämlich meinen Stuerbescheid geöffnet. Kurz darauf war mein Rechner nicht mehr zu bedienen. Die HDD-LED leuchtete fast permanent. Nach fünfzehn Minuten konnte keiner mehr bei uns arbeiten… Aber das mit dem Virus kann nicht sein. Wir haben drei Antivieren-Systeme. Das hat mir der Kleine verraten…“ – „Und ob das sein kann. Glaube mir. Du kannst nicht gegen die gewinnen. Nicht als Kunde von Software-Konzernen. Nur quelloffene Software, Sachverstand und mein ‚Erzengel Michael‘ können das verhindern. Du weißt doch, dass mich auf der Uni einer von der Regierung angesprochen hat. Er wollte von mir nur wissen, wie das System funktioniert. Die werden alles versuchen…“ K. atmete einmal kurz. Er wusste nicht, ob er das erzählen soll. Er war schon über die mögliche Antwort seines Studienfreundes erschrocken. „Ich habe gestern einen neuen Router zugeschickt bekommen. Es hieß, es konfiguriert sich alles von selbst. Ich kam ins Netz und konnte von unserem Server die Emails abrufen. Ich ging ins Forum und dann begann etwas seltsames. Jede Internetseite, die ich aufgerufen habe, schien mit eine exe-Datei schicken zu wollen. Irgendwann habe ich es dann gespeichert. Nur Linux kennt ja keine exe-Dateien. Ich wollte es mit auf die Arbeit schicken, aber da begann der Router wild zu blinken. Ich war auf einmal offline… Meinst du, die suchen mich? Ich bin doch kein Terrorist!“. „Das kann ich kaum glauben. Wie ich dich kenne, vermerkst du in der Lohnsteuererklärung nicht einmal alle Ansprüche auf Rückerstattung. Ich habe wirklich keine Ahnung, was gespielt wird. Ich frage mal einen Bekannten. Der ist Jurist. Vielleicht kann er etwas in Erfahrung bringen.“

Diese Worte schienen K. etwas beruhigt zu haben. Nachdem das Gespräch beendet worden war, wusch sich K. die Schweißperlen von der Stirn ab, blickte tief in den Spiegel und flüsterte seinem Spiegelbild zu: „Ich kriege dich, du Terrorist!“. Er lächelte und ging an seinen Arbeitsplatz. Von weitem konnte er schon erkennen, dass die Situation unverändert war. Die Kollegen standen in kleinen Gruppen und unterhielten sich. Es war wie ein Fingerzeig Gottes, der ähnlich wie vor den Augen Nebukadnezzars auf die Wand zu schreiben schien: „Schaltet die Computer aus und ihr werdet wieder zu Menschen.“ Tatsächlich. Eine entspannte Atmosphäre lud zu einem ungewöhnlich liebevollen Umgang miteinander. Auch das Lächeln und einige pikante Witze waren wieder da. Als der hektische IT-Sheriff mit einem rot angelaufenem Gesicht kurz von dem Nervenzusammenbruch erklärte, er brauche Ruhe im Büro und eine bis zwei Stunden Zeit, entschied der Chef höchst persönlich, jeder dürfe heute in seinen Lunch eine ganze Stunde investieren. Danach werde entschieden, ob es „Schulfrei“ gibt. Mangels eigener Kantine mussten der Angestelltenschwarm eine besondere Intelligenz entwickeln: In kleineren und größeren Gruppen suchte man die nahe gelegene Bars uns Restaurants auf. Die einstündige Pause war nicht so lang, dass man andere Lokale aufsuchen könnte. K. schloss sich einer größeren Gruppe an und vertiefte sich mit einem seiner Kollegen in eine Diskussion unter Amateuren ein. Man wollte herausfinden wie ein solche Ausfall aller Rechner zustande kommen konnte. K. verschwieg selbstverständlich die Details aus seinem Telefonat in der Toilette. Man spekulierte und entwickelte Theorien: Waren es die Chinesen, die uns das Betriebswissen klauen wollten – so wie es damals Europäer ich China mit der Porzellan gemacht haben? Haben die Russen oder Rumänen versucht unsere PIN’s zu erspähen? Ist der Kleine unfähig und muss entlassen werden? Und warum gerade heute? Das Ziel der Gruppenwanderung – das großräumige moderne Lokal mit thailändischer Küche – war gerade einige hundert Meter entfernt. Aus genau diesem Grund war es unter den Kollegen so beliebt. Ein großes Fenster zur Straße hin täuschte über die tatsächliche Enge eines modernen Büro-Molochs hinweg. Wegen der frühen Mittagspause waren noch alle der begehrten Tische mit dem Blick auf diese Schlucht zwischen den Wolkenkratzern frei. Die Bestellungen waren früher serviert als zur Stoßzeit. Das alles war so unwirklich. K. genoss seine Gemüsepfanne. Es fiel im auch kaum auf, dass das Auto, welches auf dem Parklatz seine Aufmerksamkeit erregte mehrmals am Lokal vorbei fuhr. Er fühlte sich trotz des Wissens um die Ereignisse in der IT-Welt weder beobachtet, noch als Terrorist. Nachdem alle seiner Kollegen mit einer Brise Enttäuschung den Genuss der asiatischen Speisen beendeten, bestellte auch K. seine Rechnung. Beim zahlen war er als letzter dran. Die Kollegen warteten auf ihn ungeduldig. Um die Gesellschaft nicht zu verärgern, schob er seinen Geldbeutel zwischen die Zähne, stand auf und griff gleichzeitig nach seinem Mantel. Er stieg über die Bank und öffnete die Eingangstür. Er fühlte sich wie ein Kind überfordert: die schwere Tür, das Restgeld in der Hand, die lederne Geldbörse im Mund und der verdammte Mantel, der nur mit viel Geduld angezogen werden kann. Plötzlich ertönte ein Knall. Völlig taub an allen Sinnen erwachte K. erst zwei Sekunden später, als ihn jemand an den Boden drückte und gleichzeitig den Arm aus der Schulter herauszudrehen versuchte. Noch bevor er etwas realisieren konnte, zog man ihm einen undurchsichtigen Stoff über den Kopf, hob ihn vom Boden auf und zerrte in einen schwarzen Van. Man hielt ihn fest und zog einen Ärmel hoch. Trotz heftiger Gegenwehr haben sie es geschafft: Ein kurzer Stich in den Unterarm und die unüberwindbare Müdigkeit einige Sekunden später…

K. wachte in einem völlig dunklem Raum auf. Sein Rufen und Tasten brachte keinen Erkenntnisgewinn. Er wurde entführt und irgendwo eingesperrt. „Wer entführt schon einen armen Schlucker wie mich?“ – dachte er – „Bei mir ist doch nichts zu holen. Ich kann mir ja nicht einmal ein neues Auto leisten…“ Das Gefühl der Angst wurde immer stärker. Mit der Angst wuchs die Wut. K. trat mit all seiner Kraft gegen ein Stück Wand, welches er für die Tür hielt. Auf einmal gingen so viele Lichter auf, dass er völlig geblendet die Augen schloss, so wie man sie schließt, wenn man plötzlich von der Sonne überrascht wird. Zu diesem Übermaß an Helligkeit kam der Ohren betäubende Lärm einer Marschmusik. Um sich zu schützen, setzte sich K. auf den Boden, drückte seinen Kopf gegen die Knie und versuchte mit den Händen seine Ohren vor dem Lärm zu schützen. Die Wut wich mit jeder Minute. An ihrer Stelle trat die Ohnmacht – das Gefühl  eines kleinen Kindes ohne Ausweg. Nach einiger Zeit fing er an zu weinen. Auch wenn ein klares Denken nicht möglich war, schossen ihm einige Gedanken durch den Kopf: Weiß überhaupt jemand, wo er ist? Kann ihm jemand helfen? Wie lange geht diese Hölle noch? Völlig erschöpft merkte er nicht, dass das Licht immer schwächer und die Musik immer leiser wurden. Irgendwann schlief er ein. Angst und Ohnmacht begleiteten ihn aber auch im Schlaf. Er weinte und heulte, schlug in der Dunkelheit um sich und wehrte sich vor einem imaginären Feind. Aus einem Mann ist ein verängstigter kleiner Hase geworden, der im Schlaf um sein Überleben kämpft.

Ohne jegliches Gefühl für die Zeit wachte K. erneut auf. Diesmal lag er in einem dunklen Raum, welches durch eine einzige Lampe erleuchtet war. In der Nähe dieser stand ein uniformierter Mann mittlerer Körpergröße. Noch bevor K. realisieren konnte, wo er sich befindet und wie diese Situation zu beurteilen ist, stellte man ihm schon die ersten Fragen. Diese waren jedoch fernab der Realität von K. Weder mit den genannten Orten noch Personennamen konnte er etwas anfangen. Deshalb hielt er es anfangs für einen Albtraum. Mit der Zeit ist es ihm bewusst geworden, dass er sich im Irrtum befindet. Man fragte ihn Sachen, die er mit gar nichts in Verbindung bringen konnte. Es war, als müsste er Kreuzworträtsel für in den USA ansässigen Araber lösen, um hier herauszukommen. Die Fragen wurden immer persönlicher, doch konnten sie alle mit Nein beantwortet werden. K. war noch nie in Washington, er kannte auch keinen Mustafa A. Je mehr K. dies leugnete, umso mehr war der Uniformierte bemüht, K. Lügen nachzuweisen. Die Fragen und angebliche Lügenbeweise folgten immer schneller aufeinander. Man hatte eigentlich keine Interesse daran, K. die Wahrheit erzählen zu lassen. Dieses Verhör wurde plötzlich unterbrochen. Der Offizier verließ den Raum. Kurz darauf traten an beide Seiten von K. einige Männer in Uniform, packten ihn und stülpten ihm ein Säckchen aus einem undurchsichtigen Stoff. Man legte ihm die Handschellen an und setzte ihn in einen Rollstuhl. An diesen angebunden trat er erneut eine Reise ins Ungewisse an. Wie es schien, sollte er verlegt werden, da er in ein Auto gesetzt wurde und in Begleitung von Fahrzeugen mit Martinshorn transportiert wurde. Im neuen Gebäude waren viele Menschen zu hören. Diese Tatsache machte K. unterbewusst Mut. Das Alleinsein und das Ausgeliefertsein rückten in weite Ferne, das Ich kam zurück. Man hielt an und korrigierte den Sitz seiner Kleidung. Danach befreite man ihn vom Rollstuhl und begleitete ihn in einen Raum. Hier wurde ihm auch der Sichtschutz abgenommen. K. schaute unruhig um sich. Ein Anzugträger vor ihm streckte ihm die Hand entgegen und sagte: „Ich bin ihr Anwalt, wenn sie es wollen.“ „Was heißt hier ‚ihr Anwalt‘ und warum soll ich das wollen?“ fragte sich K. „Ihr Freund aus den USA hat mich gebeten, sich nach ihnen zu erkundigen. Sie waren auf einmal wie von der Erde verschwunden. Keiner wusste wo sie sind. Mit einem juristischen Trick und der Hilfe eines Freundes meines Vaters – eines Verfassungsrichters – haben wir den Staat dazu gezwungen, sie herauszurücken.“ K. verstand gar nichts mehr. „Im Rechtsstaat ist eine solche Entführung sowie diese Art von Behandlung der Häftlinge doch gar nicht zulässig. Wie kann ich dann in den Händen des Staates gelandet sein?“ fragt er sich und schaute weiter um sich. Die Ängstlichkeit war ihm deutlich anzumerken, als er die zwei Zivilisten hinter sich stehen sah. Der Anwalt packte K. am Arm und erzählte weiter: „Sie sind hier in einem Gerichtssaal. Gleich kommt der Richter herein. Sie müssen ihm sagen, dass ich ihr Anwalt bin, sonst kann ich nichts für sie tun. Ich möchte ihnen helfen. Ich glaube, es handelt sich hier um eine Verwechslung.“

Als der Anwalt das sagte, betrat auch ein Mann in schwarzer Robe den Saal. Während er sich setzte schaute er den Angeklagten genau an. In seinen Richeraugen konnte man eine Mischung aus Mitleid und Unverständnis erkennen. Er bat die Anwesenden, sich hinzusetzen. Dieser Aufforderung folgten alle, bis auf K. und seine Bewacher. K. sprach unaufgefordert mit einer zitternden Stimme: „Herr Richter, dieser hier ist mein Anwalt.“ „Ja, das habe ich schon vermutet. Jetzt setzen sie sich hin. Sie brauchen nicht die ganze Zeit zu stehen.“ sagte der Richter trocken. „So… Hiermit eröffne ich das Eilverfahren beantragt vom…“ Das Aufgehen der Tür unterbrach den Richter im Vorlesen der Formalien. „Wer sind sie?“ sagte er deutlich genervt in Richtung des Störenden. „Ich bin der Bundesanwalt und für diese Operation verantwortlich.“ sagte die quietschige Stimme an der Tür, die K. aufspringen ließ. Es war dieselbe unendlich bedrohlich Stimme des Verfolgers aus K.’s Albtraum. Und tatsächlich, handelte es sich um den älteren Mann im Rollstuhl, der K. so schlecht schlafen ließ. Der einzige Unterschied bestand darin, dass dieser einen schwarzen Anzug an Stelle des Gestapo-Mantels trug. „Dürfen wir jetzt anfangen?“ fragte der Richter unruhig. K. setzte sich wieder hin und wollte in seiner geistigen Verwirrung den Albtraum seinem Anwalt schildern. Dieser beruhigte K. und entschuldigte ihn vor dem Vorsitzendem. K., der als braver Bürger nur einen einzigen Strafzettel wegen falschen Parkens bekam, verstand von der Juristerei gar nichts. Anteilslos verfolgte er Satzwolken, aus denen es Begriffe wie „Freiheitsberaubung“, „Missverständnis“ und „Verwechslung“ regnete. Der kleine Mann im Rollstuhl schaute K. des öfteren an, sprach jedoch nie selber den Richter an. Seine Anwältin Argumentierte mit „Bedrohung der demokratischen Rechtsordnung“, „Terrorismus“ und nahm sogar das Wort „Auslieferung“ in den Mund. Aber auch wurde es K. nicht klar, wie das mit seiner Situation zusammenhängt. Diese Unwissenheit und Verstörtheit hat K. ins Gesicht geschrieben stehen müssen, da ihn der vorsitzende Richter in der ersten Sprechpause, die zwischen den Anwälten entstand, direkt angesprochen hat. „Stimmt das, was man ihnen vorwirft?“ Als K. keine Reaktion zeigte legte er nach: „Wissen sie worum es hier geht? Geht es ihnen gut?“ K. antwortete: „Herr Richter, ich habe doch gar nichts getan. Man hat mich entführt und geistig misshandelt. Ich will mit meiner Frau sprechen.“ Auf die Frage, was K. unter „geistigen Misshandlung“ verstehe, antwortete er ausführlich und schilderte alle Details. Das Gesicht des Richters verzerrte sich immer stärker. Am Ende der Schilderung beherrschte einige Sekunden lang eine Stille den Saal, in der man dem Treiben Draußen auf dem Gang folgen konnte. Der Richter übernahm das Wort und sagte: „Ich bin seit Jahren Richter und habe schon vieles gesehen und gehört. Doch das hier übersteigt all meine Erfahrung. Eine Polizei, die im Namen des Grundgesetztes die Menschenrechte und somit das Grundgesetz mit Füßen tritt habe ich noch nie erlebt! Der Gefangene ist aufgrund dieser seiner Schilderung sofort frei zu lassen.“

Daraufhin schien der Mann im Rollstuhl aufstehen zu wollen und schrie beinahe den Richter an. „Sie wissen nicht, was sie da tun! Wir haben Erkenntnisse, das der Angeklagte mit einer terroristischen Gruppierung zusammenarbeitet. Sogar ein Auslieferungsantrag aus den USA liegt uns seit heute früh vor. Damit liegt es außerhalb ihrer Zuständigkeit, diesen Mann auf freien Fuß zu setzen.“ Zum ersten Mal wurde das Gesicht des Richters rot. Er antwortete im gleichen Ton: „Dann beweisen sie es! Ich will es hören. Und wehe, es stimmt nicht. Dann richte ich selbst eine Klage gegen sie ein.“ Hektisch holte der Bundesanwalt seine Aktentasche heraus und packte einen dicken Stapel Papier heraus. Er schien Spaß daran zu haben, seine Beweise einmal persönlich vortragen zu dürfen und fing an. „Wegen der Geheimhaltung darf ich ihnen keine Kopien in die Hand geben, aber ich beweise ihnen, dass dieser Mann schuldig ist. Wir habe schon seit längerem mit Hilfe von Rasterfahndung im Kraftverkehr und einigen Kameras der städtischen Videoüberwachung den Verdacht geschöpft, dass der Angeklagte mit einer islamistischen Terrorgruppe zusammenarbeitet. Unter dem Vorwand einer Autoreparatur suchte er mehrmals die Firma Yosuf’s Tuning & Co., die deutscher Ableger einer US-Amerikanischen terroristischen Kette ist. Am 21. Juli ist der Angeklagte in die USA geflogen. Die amerikanischen Nachrichtendienste sind auf ihn aufmerksam geworden, da er kein Schweinefleisch während des Fluges haben wollte. Am 28. Juli hat die National Security Agency einen Mann festgenommen, der eine Bombe gebaut hat. Es fehlte zwar das radioaktive Material, um sie zu zünden, aber schon dieser Versuch ist ein schweres Verbrechen. Sowohl auf der Bombe als auch in der Nähe eines Tatorts an einem US-Geheimdienstmitarbeiter hat man Fingerabdrücke gefunden, die eindeutig dem Angeklagten durch den Vergleich mit seinen Fingerabdrücken auf dem elektronischen Reisepass zugeordnet werden können. Aus diesem Grund stellten auch die USA den Auslieferungsantrag. Des weiteren konnten wir auf dem Rechner des Angeklagten den Plan der USA-Reise sicherstellen. Die Datums- und Ortsangaben passen zu den Fingerabdrücken. Der Email-Server des Angeklagten war viel zu gut abgesichert, als dass wir weitere Beweise hätten sicherstellen können. Aus technischen Gründen konnten wir auch keine Online-Durchsuchung realisieren. Der Router, den umzukonfigurieren versuchten, hat sich vom Netz getrennt und das Betriebssystem schien auf unsere Software nicht zu reagieren. Dafür konnten wir am Tag darauf auf eine große Zahl an Rechnern zugreifen. Auf einem von ihnen haben wir eben dieses Dokument entdeckt. Von seinem Provider wissen wir, dass er sich für extremistische Parteien interessiert, die unsere parlamentarische Demokratie zu unterwandern versuchen oder das geistige Eigentum abschaffen wollen. Die Summe der Erkenntnisse dürfte wohl reichen…“

Den Bundesanwalt unterbrach das Aufgehen derselben Tür, die auch den Richter in der Eröffnung des Verfahrens gestört hat. Es war K.’s Frau. Sie lief ihm entgegen und wurde von den Zivilpolizisten sofort gestoppt. „Was soll das?“ rief sie in die Richtung des vorsitzenden Richters blickend. „Lassen sie sofort diese Frau los!“ sagte bestimmend wie selbstbewusst der Richter und fuhr fort: „Wer sind sie? Die Frau des Angeklagten?“ K.’s Anwalt stand auf und auf sie zugehend erklärte: „Herr Vorsitzender, dies ist Frau des Angeklagten. Sie machte sich Sorgen um ihren Mann, doch der Staat hat ihren Mann gekidnappt und verschwieg ihr die Wahrheit. Wenn nicht das Engagement eines Freundes des Herrn K. wären wir alle nicht hier, während diese Frau voller Angst auf ein Lebenszeichen gewartet hätte. Das ist ja schlimmer wie die Stasi!“ Trotz eines eindeutigen Gesichtsausdrucks des Bundesanwalts, aus welchem das Missfallen bis Wut zu entnehmen war, fuhr er fort: „Ich habe sie gebeten, wichtige Unterlagen zu bringen, die möglicherweise die Situation aufklären versuchen.“ Sie reichte ihm ein graues Kuvert. Den Inhalt schüttete der Verteidiger auf seinen Tisch und schaute die Dokumente durch, während die Augen aller Beteiligten ihm folgten. Danach hob er die rechte Hand, in der ein Reisepass zu sehen war. „Wenn jemand den amerikanischen Boden betritt kommt er um einen Stempel in seinem Reisepass nicht herum. Einen solchen gibt es  in diesem hier jedoch nicht. Weder vom 21. Juli noch überhaupt von diesem Jahr. Es kann hingegen bewiesen werden, dass der Angeklagte gar nicht in den USA gewesen sein konnte, da er in dieser Zeit in ärztlicher Behandlung in einem Krankenhaus war. Dies belegt diese Rechnung.“ Daraufhin hob er ein Blatt Papier und brachte es zusammen mit dem Reisepass zum Richter. Dieser schien mit der Beweislage durchaus zufrieden zu sein, wollte jedoch alle Beweise wiederlegt sehen. „Wie kommen dann die Fingerabdrücke des Angeklagten in die USA?“ „Nun, mit den Fingerabdrücken in den biometrischen Reisepässen ist es so eine Sache… Die Politiker lassen sich etwas einfallen, ohne dass es wirklich umsetzen lässt oder eine wirkliche Sicherheit bietet. Angeblich kommt ein Fingerabdruck der Wahrscheinlichkeitsrechnung nach nur einmal in zehn Milliarden vor. Das wäre einmal auf Erde – bei den heutigen Zahlen ihrer Bewohner. Doch Wahrscheinlichkeit ist keine Sicherheit, vor allem dann nicht, wenn man die Fingerabdrücke einige Male abnehmen muss, damit überhaupt etwas lesbares gibt, was man im Pass abspeichern kann. Apropos Abspeichern: Wie war das noch einmal mit den Fingerabdrücken? Diese werden doch nur im Pass gespeichert? Wie kommt dann der Herr Bundesanwalt an diese heran, wenn der Pass des Angeklagten Daheim lag? Nur am Rande bemerkt:  die Arabischen Emirate haben auf die Iris-Erkennung gesetzt. Und das aus gutem Grund. Diese kann man immer gut lesen, die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung beträgt beinahe Null und keiner kann unbewusst und ungewollt einen Abdruck der Iris hinterlassen.“

Der Richter schaute den Bundesanwalt an, lächelte wie einer, der eine Wette gewonnen hat und sagte völlig entspannt: „Herr Anwalt wie sollen wir verfahren? Soll ich in mein Büro gehen und eine Anzeige beim Verfassungsgericht vorbereiten oder sind sie bereit meinen Urteil zu akzeptieren und lassen diesen Mann frei? Ich denke, es ist für sie peinlich genug, von einem kleinen Anwalt mit Hilfe von zwei Urkunden der Unfähigkeit überführt zu werden. Oder wollen sie darüber in der Zeitung lesen?“

Der körperlich eingeschränkte Rechtsathlet, der noch vor wenigen Augenblicken das Grundgesetz zu stemmen schien, brummte im Rollstuhl versinkend unzufrieden vor sich hin. Ein – wenn auch kaum deutlich wahrnehmbares – „Ja“ beendete K.’s Alptraum. Keine Presse stand vor der Tür. Es war überhaupt kein Triumph in den Gesichtern zu erkennen. K.’s weit offene Augen, die sich langsam mit Tränen füllten zeigten allen Anwesenden, wie schwer die Bürde war, von der er befreit wurde: ein Hiob des digitalen Zeialters zu sein.