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Es lebe die statistiche Wahrheit!

Zufällig habe ich auf der Seite des polnischen Portals „Wirtualna Polska“ (wp.pl) einen Artikel, in dem dem Leser ein Märchen verkauft werden soll, die Deutschen hielten die Polen allesamt für Säufer, die ihre Frauen verprügeln. Diese sog. Wahrheit – eingentlich eine Behauptung – wird mit einer Statistik aus einer Umfage des Portals unter Deutschen eingeleitet. Damit sollen die Märchen einen Wahrheitsgehalt bekommen. Ob diese Umfage representativ war (also einen mutmaßlichen Durchschnitt wiederspiegelt) wird nicht erwähnt.

Nur damit Sie als Deutscher auf dem Laufendem bleiben. Hier Ihre Meinung als Deutscher:

  • Polen saufen Billigweine
  • Ein Pole fährt eine Pferdekutsche oder einen alten Traktor
  • Polen sind ausgemagert, wenn auch polnische Hilfsarbeiter – weil in Deutschland ernährt – über dicke Bäuche „verfügen“
  • Polen haben schwarze Haare und meiden Wasser und Seife
  • Polen tragen alte, abgetragene Jeans
  • Polen sind faul und dumm
  • Polen haben jede Menge Freizeit, weil sie alle arbeitslos sind

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Prof. Bild und die Sache mit dem Copernicus

Wir sind gewohnt Vieles zu Glauben und es trotzdem nicht „Glaube“, sondern „Wissen“ zu nennen. Es reicht das ein „Prof.“ über die Wirksamkeit irgendeines Stoffes in der Gesichtskrem berichtet – schon wird die Krem munter gekauft. Dass dieser Professor seinen Titel in Paläontologie (das sind die, die Dinosaurier ausgraben) erworben hatte, stört die Damen beim Einkaufen wenig. So funktioniert unser Verstand. Man fragt nicht nach der Bedingung des Zustandekommens einer Aussage. Zurecht kritisieren auch (aber nicht nur) die öffentlich-rechtlichen Sender einen Journalismus, der nicht imstande ist, zuverlässige und belastbare Aussagen zu formulieren. Leider haben auch diese Sender solche ‚Journalisten‘ in ihren Reihen…

Ich möchte Ihnen heute einen Professor vorstellen, den wir seiner Bildung wegen „Bild“ nennen werden. Dieser Prof. Bild hat im Bayrischen Rundfunk eine Sendung, in welcher er die neuesten und manchmal überraschenden Erkenntnisse der Astrophysik sehr einfach und leicht zugänglich darlegt. Astrophysik – wie gesagt. Nicht Geschichte!

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Über Konflikte und Konkurrenz

…Nein, nicht am Arbeitsplatz! Nicht nur. Dort auch… Diese zwei Begriffe treffen wir ständig an – vor allem auf dem Computer. Wenn Sie sich fragen, was Konflikte und Konkurrenz mit Computern zu tun haben, gehören Sie zu den Menschen, die sich nie darüber Gedanken machen mussten, was passiert, wenn zwei Personen an einer Datei arbeiten.

Die Informatik hat diese zwei Begriffe als Repräsentanten zweier möglichen Zustände auserwählt. Trotzdem werden Sie im Web kaum eine gute Erklärung der Problematik finden. Deshalb möchte ich diese Sachen etwas näher beleuchten.   Weiterlesen

Relationale Datenbanken verstehen…

Viele meiner Studienkollegen und -Kolleginen spart sich während des Studiums der Informationswissenschaft das Kapitel über die Datenbanksysteme (aus unserer Informationswissenschaftler-„Bibel“ mit dem Kürzel ‚KSS‘). Die Folge ist die Verwendung unterschiedlicher Datenbank-ähnlichen-Tools fernab des „state of the art“. Dabei ist das so einfach… Es mag seltsam klingen, aber meiner Erfahrung nach haben vor allem Humanisten und Frauen mit diesem „Denksystem“ ein Problem. [Bitte beachten Sie: Dies ist nicht abwertend gemeint, sondern widerspiegelt meine Erfahrung und einen für mich unerklärlichen Zusammenhang.] Deshalb möchte ich es so darstellen, dass jeder es verstehen kann.Weiterlesen

Wie zietiere ich „das Internet“?

Es kommt immer öfter vor, dass man gerade im Internet auf die neusten und interessantesten Erkenntnisse der Wissenschaft trifft. Man will es ja auch im eigenen Werk zitieren – nur wie?

Ein Bibliothekar würde sicher schnell mit der Empfehlung kommen, es als Monographie zu behandeln und um Zugangsangaben wie URL samt dem Zugriffsdatum zu ergänzen. Dabei denkt so mancher „Internaut“ an die symbolische Vorstellung der Erde als Scheibe. Natürlich hat er recht. Das Internet ist keine Monographie. Auch keine diffuse Sammlung von Artikeln. Es gibt sehr wohl Bücher (wie z. B. Handbücher). Nur sind sie nicht immer als eine Datei zu bekommen (und so „physikalisch“ in sich geschlossen). Um der Verwirrung Herr zu werden, muss man sich zunächst einmal vergegenwärtigen, dass es unzählige Konstelationen von Teilen und Ganzem geben kann. Zu allem Übel kann man da nur selten den Autor, fast immer aber eine Art Herausgeber in Erfahrung bringen…

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Biblioksonomie

„Gemeinschaftliches Indexieren ist eine Form der freien Verschlagwortung (Indexierung), bei der Nutzer von Inhalten die Deskriptoren (Schlagwörter) mit Hilfe verschiedener Arten von Sozialer Software ohne Regeln zuordnen. Die bei diesem Prozess erstellten Sammlungen von Schlagwörtern werden zu Deutsch Folksonomien genannt.“

… meint die Wikipedia dazu, wenn man sie zum Thema Folksonomie befragt. Niemals könnte eine solche Beschreibung bei einer Bibliothek stehen. Völlig undenkbar und unmöglicht!

In der Philosophie heißt es jedoch: Man soll nicht aus dem sein auf das Sollen schließen. In der Tat wäre eine solche Beschreibung bei einer deutschen Bibliothek fehl am Platze. Das bedeutet aber nicht dass es nicht einmal theoretisch möglich wäre.

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ITIL for all

Dummschwätzer so weit das Auge reicht. Egal wo man hinschaut, lauter BWLer. Einige von ihnen leiten erfolgreich namenhafte oder zumindest erfolgreiche Unternehmen. Der Rest schwätzt…

Neulich habe ich einen fast fertig-studierten BWLer erlebt. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen soll… Dabei will er seine Dimplomarbeit in der Informationswissenschaft abgeben!

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„Bibliothek 2.0“ – Was soll denn das sein?

Bevor wir von „Bibliothek 2.0“ sprechen, sollten wir uns vergewissern, ob es so etwas überhaupt gibt. Dieser Begriff ist zwar nicht oft aber dennoch im google-index anzutreffen. Es stellt sich nun die Frage, was er zu bedeuten hat…

Ich staunte nicht schlecht, als ich in wikipedia ( http://de.wikipedia.org/wiki/Bibliothek_2.0 ) den Versuch einer Definition dieses Geschöpfes fand. Leider ist sie dermaßen ungenau und mehrdeutig, dass man gar nicht von einer Definition sprechen kann. „Die englische Bezeichnung Library 2.0 wurde im Jahr 2005 von Michael Casey in seinem Blog LibraryCrunch als direkter Ableger des Begriffs Web 2.0 geprägt.“ hört sich nicht schlecht an… aber der Rest passt nicht zu „2.0“ – besonders, wenn man es mit dem Begriff „Web 2.0“ ( http://de.wikipedia.org/wiki/Web_2.0 ) vergleicht. Hier ist die Rede von „…eine Reihe interaktiver und kollaborativer Elemente des Internets, speziell des WWW …“, nicht von „… prinzipielle Einbindung des Bibliotheksbenutzers in die Gestaltung und Entwicklung besonders von digitalen Dienstleistungen …“ die Rede.

Im Web 2.0 geht es um den Paradigmenwechsel von Server-Client-Modell (der allwissende Server und sein unwissender Kunde) zum Mashup- / P2P-Prinzip: Jeder steuert zu Gesamtheit bei: sei es durch eigene Posts, Edition und Korrektur des bereits erfassten Wissens oder zumindest durch Zusammenstellung mehrerer Quellen. So will ich auch die ominöse  „Bibliothek 2.0“ verstehen, Nicht als Rückkannal für Feedback an den Bibliothekar. Anders gesagt: Bibliothek als Mashup oder Wiki, nicht als unfehlbare Datenbank mit einen Feld für Feedback.

[Wenn mich jemand also fragt, was ein gutes Beispiel für Web 2.0 ist, dann kann ich nur www.mixano.de empfehlen: Es ist RSS-Reader und gleichzeitig Mashup (viele RSS-Quellen werden miteinander kombieniert: z.B. mit Hilfe von Tags -> Social Bookmarking). Es erlaubt dem Benutzer Quellen hinzuzufügen, neue Mashups durch Tags zu generieren oder auch Nachrichten zu kommentieren.]

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