Wem M$ Powerpoint (OpenOffice Presender und wie sie alle heißen) zu old-fashion, LaTeXs Beamer zu hacky und Prezi zu hipp und zu unruhig ist, hatte bisher kaum Alternativen zur Verfügung. Es gibt aber Abhilfe in Sicht.

Vor allem das Präsentieren im erweist sich als schwierig. Natürlich kann man Eric Meyers s5 nehmen. Die größte Hürde – IE 6 & Co – gelten mittlerweile als archäologische Artefakte und man kann sich darauf verlassen, dass es überall wie gewünscht läuft. Die Struktur ist recht einfach und von jedem -Kenner gut zu bearbeiten. Das Layout kann mit an die eigenen Wünsche angepasst werden.

Für diejenigen, die des HTML und CSS nicht mächtig sind, bleiben nur Standard-Vorlagen und HTML-Editoren, die nicht immer ihren Dienst zur Zufriedenheit des Benutzers verrichten. Was also tun, wenn man die Präsentation ins Netz bringen will?

Die erste Lösung besteht im Upload der Datei in den speziellen Hosting-Dienst wie Slideshare.net (, ppt, pps, pptx, ppsx, pot, potx, odp, Apple Keynote) oder Speakerdeck.com (nur pdf). Diese binden die Dateien in der eigenen Website in einem kleinen Vorschaufenster ein, das man auf Wunsch zum Vollbild umschalten kann. Die Unterschiede zwischen den beiden Diensten sind nicht gerade enorm: Während Speaker deck die PDFs zum Download anbietet, sehr minimalistisch gehalten wird und die Authentifizierung von Github akzeptiert, ist Slideshare um eine funktionsreiche kostenpflichtige Version erweitert worden, die das Hochladen von Videos, Analysen und private Präsentationen anbietet. Wer zu seinen Folien (oh man, hört sich das altertümlich an) ein Video (Youtube oder Vimeo) synchron schalten will, sollte sie Presentz genauer anschauen.

Google Docs bieten ebenfalls ein Werkzeug für die Erstellung und Vorführung von Präsentationen. Es orientiert sich an der entsprechenden Desktop-Software und bietet einen großen Schatz an Vorlagen und Funktionen. Auch die Präsentation mit speeker notes (getrennte Fenster für die Folien und Kommentare/Anmerkungen des Vortragenden) beherrscht Googles Tool. Das Teilen im Netz ist nur einen Klick auf „Share“-Knopf entfernt. Man bekommt eine „unlesbare“ URL, die ein SVG mit für die auswählbare Auflösung mixt. Durch den Einsatz von SVG sind Späße wie „Zeichnungen“ oder rotierte Texte möglich. Interessant ist der Bereich „Research“, in dem man Literatur (z.B. im Scholar) recherchieren und mit einem Klick in die Präsentation als Quellenangabe hinzufügen kann. Auch die Übernahme von Bildern aus Googles Bildersuche funktioniert mit Drang’nDrop.

Wem die vielen Funktionen zu unübersichtlich sind und reines HTML mit animierten 3D-Übergängen bevorzugt (…und sich auf neueste Browser und Hardware mit 3D-Chipsätzen freiwillig beschränkt) findet im Reveal.js eine schicke Alternative samt Steuerungs-API, Sass- (CSS-Präprozessor) Vorlagen und unter rvl.io einen geeigneten Editor, der visuell passende HTML5-Strukturen generiert. Diese Lösung eignet sich vor allem für Web-Entwickler, die sich mit CSS- und Sass auskennen aber auch offline präsentieren wollen (der berühmte Vorführeffekt: eine Netzstörung genau zu dem zeitpunkt, wenn man die URL aufrufen will). Mit einem Trick bekommt man im Browser auch eine PDF erstellt („?print-pdf“ in der URL anhängen und in Chrome an stelle eines Druckers die Ausgabe in PDF auswählen). Mit einem Tastendruck auf den Buchstaben „F“ wird der Vollbildschirm (per API) gestartet. Mit den Pfeil-Tasten navigiert man zu den gewünschten Seiten. Mit Leertaste geht man nacheinander alles durch. Mit einem Druck auf „Esc“ werden alle Seiten recht übersichtlich nebeneinander gelegt – so kann man sich in der Struktur auch während der Präsentation schnell und frei bewegen. Mit speziellen Klassen und bestimmten Events kann der Web-Programmierer für seine Schäfchen (Abteilung, Organisation etc.) weitere hilfreiche Funktionen oder Verhaltens- bzw. Darstellungsweisen ergänzen – genauso wie Stile/Themen, die er aus angepassten Sass-Vorlagen in ruby oder node.js generieren kann. Nur noch den HTML-Body muss man aus rvl.io-Editor exportieren und in das eigene HTML-Gerüst einfügen – was auch ein Skript erledigen kann. Summa summarum: ein schickes etwas hippes aber vor allem offenes Präsentationswerkzeug mit vielen Möglichkeiten aber auch hohen Anforderungen an die Browser und die Hardware. Dafür aber Flash-frei!