Der Weg zu Gott ist bei jedem Menschen anders. Man irrt etwas herum, bis man ihn findet. Und doch scheint jeder Fehlgriff wichtig gewesen zu sein, sonst wäre der Weg nicht so persönlich. Diese Erkenntnis hat mich an das allgemein bekannte Geocaching erinnert. So entstand die Idee des Godcachings.

Das „Spiel“ ist fast so einfach wie das Geocaching selbst. Es gibt eine Route, die man am Anfangspunkt beginnt. Nur dieser wird anderen bekannt gegeben. Angaben zum 2., 3., 4. etc. Punkt werden am vorherigen Punkt hinterlegt. Es werden jedoch keine kleinen Gegenstände getauscht, sondern Zitate aus der Bibel – und zwar an jedem Punkt. Es wird nichts gedruckt oder lange abgeschrieben: Kurzabgaben wie „Jes 51,10“ auf einem kleinen Zettel sollten als Tauschware reichen. Daher ist eine kleine Ausgabe der Bibel für diese Wanderung nötig. Man schlägt in der Bibel nach und liest es. Bis zur nächsten Geokoordinate ist das gelesene Wort Gottes der Gegenstand des Nachdenkens. Für die gefundene Stelle hinterlässt man eine andere Stelle aus der Bibel. Eine die einen beschäftigt hat oder als Antwort über das Gelesene in den Sinn fällt.

Man gibt dem unbekannten Nachfolger der Route immer ein Stück der eigenen Spiritualität. Die eigene Erfahrung mit Gott. Es muss nicht unbedingt zu ihm passen aber es gibt zu denken. Es müssen auch nicht so viele Wegpunkte sein. Längere Strecken (um die 30 Min.) zum Nachdenken sollten die Regel sein. Und ein gutes Ende wäre auch wichtig: Ein Gebet für denjenigen, der als nächster diesen Weg gehen wird.

Vielleicht erscheint es zu banal und zu zufällig. Das ist es nicht, wenn es man bei der Auswahl der Bibelstellen vorsichtig ist und keine komplizierten Sätze oder Geschichten hinterlegt. Es geht doch um die Liebe Gottes, seine Größe und Barmherzigkeit. Nicht zuletzt ist das Gebet um den Beistand des Heiligen Geistes eine Verweisung in sein Machtbereich und seine Gnade. Denn für Gott ist nichts unmöglich.