„Mein geheimes Rom“ – ein Nachwort zur Einordnung

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  • Beitrags-Kategorie:Kunst und Kultur
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„Mein geheimes Rom, die verborgenen Orte der ewigen Stadt“ (ISBN: 978-3-570-10437-8) von Andreas Englisch hat schon fünf Jahre auf dem Buckel. Vor fast drei Jahren habe ich es gründlich durchgelesen und danach eine Reise zur „Hauptstadt der Welt“ unternommen. Mit etwas Abstand kann ich nun meinen anfänglichen Ärger und meine Verwunderung über das unsachliche Durcheinander besser in Worte fassen und auch die guten Dinge klarer sehen.

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Das Buch führt den Leser auf eine außergewöhnliche Reise durch die verborgenen Winkel und die verborgenen Schätze der Ewigen Stadt. Besonders hervorzuheben ist das beeindruckende Fachwissen des Autors über die aktuelle Situation in Rom. Es gelingt ihm, Orte und Details zu beleuchten, die in herkömmlichen Reiseführern oft völlig untergehen – ein Gewinn für jeden, der Rom jenseits der üblichen Pfade entdecken möchte.

Dennoch ist die Form des Buches eine Herausforderung für den Leser. Die Mischung aus sachlicher Information und erzählerischer Rahmung ist sehr deutlich spürbar und führt zu einer etwas verwirrenden Struktur. Oft verschwimmen die Grenzen zwischen den harten Fakten und den sehr persönlichen Einschätzungen des Autors, wobei letztere den sachlichen Kern stellenweise überschatten. Auch die stetige, sehr kritische Grundhaltung gegenüber der kirchlichen Geschichte wirkt in der Darstellung sehr präsent und deutlich.

Ein weiterer Aspekt ist die erzählerische Einbettung: Die ausführliche Darstellung der Dynamik zwischen Andreas Englisch und seinem Sohn Leo sowie die Suche nach fiktiven Schattendarstellungen und „dunklen Mächten“ verleihen dem Werk eine sehr spezifische Atmosphäre. Diese Elemente machen das Buch weniger zu einem klassischen Reiseführer als vielmehr zu einer originellen Abenteuerreise.

Man könnte das Werk treffender als eine „apokryphe Legendendensammlung im Stil eines Kriminalromans mitten in Rom“ bezeichnen. Es ist eine faszinierende Lektüre für jene, die Rom nicht nur als Stadt, sondern als Bühne für eine spannende, wenn auch sehr subjektiv gefärbte Geschichte erleben möchten.

Kurz: Für wen ist das Buch geeignet?

  • Phantasie-Verliebte, die gerne Märchen für Erwachsene lesen
  • Eingefleischte Kirchen- und Religionskritiker
  • Roman-statt-Sachbuch-Leser
  • Leser, die Rom jenseits der Kirchenbauten kennenlernen wollen

Für wen würde ich das Buch nicht empfehlen?

  • Historikern – diesen wird das Buch sowieso „zu flach“ sein
  • Fakten-Checkern, die kein Interesse an persönlicher Meinung des Autors haben und lieber selber die Fakten bewerten
  • Touristen, die nur wesentliche Elemente der Stadt suchen und weder am 19. Jh. noch am „sollte man auch gesehen haben“ interessiert sind
  • Menschen, die für den „Erzählrahmen“ keine Zeit verschwenden wollen und eine Führung des Blickes auf das Wesentliche bevorzugen
  • Christen, die Exorzisten nicht für bösartige Hokkus-Pokkus-Magier halten (diese sparen sich am besten das letzte Kapitel)