Zu viel Programmieren ist ungesund! Das wussten schon die alten Griechen. Deshalb haben sie nicht programmiert.

Und wir?

Wir tun so, als ob das normal wäre. Die folgende Geschichte zeigt die offensichtliche Folgen dieses Irrtums.

Man schleppt sich früh am Morgen gegen 9 Uhr in die Arbeit. Dort angekommen melkt man als erstes die Kaffemaschine. Sooo… Jetzt kann der Tag beginnen!

Und der beginnt: Man schaut die zugemailten logfiles durch, startet gleich drei shells mit ssh. Windoofs meckert, dass er gerne neu starten würde… (Würde ich auch gerne – aber die Arbeit ruft! Keine Zeit für einen Kurzschalf.)

Auf den Servern verschlüsselt angekommen sieht man den blinkenden Cursor. Man vertieft sich mit uptime, top und ps au in die Wirren der über hundert laufenden Prozesse. Hmmm… Ein mv ist angesagt. Man schiebt mühsam ein paar Ordner über NFS auf eine andere Kiste. Da sind ja noch einige hundert GB frei. Man startet einen Importer (als ob Cron das nicht genauso gut könnte) und schaut sich mit tail -f den log an. In der anderen will man die Entwicklung auf der Festplatte beobachten und lässt sich mit watch -n 3 ‚df -h‘ das ganze Elend anzeigen.

Auf einmal ein Anruf. Upss… Wo ist denn auf der Telefon-Tastatur ENTER? „Amt“ muss man drücken. OK. Es geht los: Irgend jemand aus irgend einer Stadt hat irgendein Anliegen an den Kollegen. Man versucht mit einer Weiterleitung. Nur wie mach man das? Man kann den Gesprächspartner nicht mit SRTG-Z in den Hintergrund schieben… Oder zumindest mit STRG-S die „Ausgabe“ so lange stoppen bis man STRG-Q gedrückt hat. Eine Pipe ist auch auf dem Telefon nicht vorhanden… „Rufuml.“ könnte man versuchen… Acha! Man kann die andere Nummer eintippen. 123… eh… War das nicht 223? STRG-A und ENTF geht ja nicht. BACKSPACE gibt es auch nicht. Was nun? Man könnte ja versuchen, mit  ‚history‘ oder „Pfeil nach oben“-Taste die zuletzt gewählte Nummern anzuzeigen – leider nur auf der . STRG-W zum Löschen und neu Eingeben scheint auch unmöglich. Soll man mit STRG-B versuchen zur falschen Ziffer zu gehen und mit STRG-F zurück? Geht ja nicht. Es funktioniert: Es war die komische blinkende Taste ohne Namen. Der Kollege erzählt, ein anderer Kollege wäre zuständig, ist aber heute nicht da. Da muss man – wohl oder übel – zum Anrufer zurück. Aber wie gebe ich fg ein? 3334? Nach einigen Versuchen beamt einen das „OK“ zurück. Ohne Copy & Paste versucht man, den Inhalt des internen Gesprächs an den Anrufer zu wiedergeben. Geschafft! Jetzt nur noch ein STRG-D, um nicht von der Ausgabe des Anrufers belästigt zu werden, und es wäre so gut wie überstanden. (Man will ja nicht unhöflich sein und mit STRG-C das Ganze abbrechen…) Aber leider ist diese Option nicht drin! Man bedankt sich am Ende noch für die Störung und wartet auf das befreiende piepsen im Kopfhörer.

Eine Frage kommt einem aber schon auf: Warum können Telefone nicht so einfach zu bedienen sein wie die Shell?

Diese Geschichte ist erfunden. Die beteiligten Personen existieren nicht. Alles nur Fantasie… Alles? Wenn Sie wissen, was wahr ist, dann bedeutet es: die Bash-Tastaturkommandos kennen Sie gut genug!