Es ist nicht das erste Mal, dass ich ein - leite. Aber die Zusammenarbeit war noch nie so reibungslos, wie bei diesem Projekt von VIGNERON MANAGEMENT.Es war für mich eine neue Herausforderung: „Baue einen Webshop mit Ausrichtung auf EU-Klein-und-Groß-Kunden“. Deutsch, englisch und französisch als gängige Sprachen sind für Softwarehersteller ein Muss. Daran kann es nicht scheitern. Webbasierte Informations- und Kommunikationssysteme aller Art habe ich auch genügend gesehen und eingeführt. Bei der -Software ist es anders. Hier hat ein Versandkostenmodul oder ein Zahlungsplugin, das nicht vorhanden ist oder nicht wie erwartet funktioniert, ein ganz anderes Gewicht. habe ich mehrmals in Betrieb genommen (wie hier) und war von der Leistung begeistert. Gemanaged habe ich es bereits in deutsch bzw. französisch und mit einem eingekauften Design-Template – mit kleinem Anspruch (Standardfunktionen) und für kleines Geld (Community-Version).

Warum nicht etwas größeres wagen? Zumal ein ERP- und ein CRM-System bereits den Großteil der Aufgaben abnehmen. Lk 16, 10 – dachte ich mir („Wer im geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu“). Ein intensiver Blick auf die Anforderungen des Projektinhabers und in das Angebot von Shopware gab uns die letzte Sicherheit: Es sind sowohl Plugins mit den geforderten Funktionen vorhanden, als auch die gewünschten Übersetzungen. Shopware als Plattform ist robust und wird ständig weiter entwickelt, die Handhabung ist einfach bzw. schnell zu erlernen, da der Hersteller sehr gute Dokumentation zur Verfügung stellt. Nicht zuletzt zählt auch die Tatsache, dass einige große Anbieter diese Software im Einsatz haben.

Was zu einem gelungenen Projekt noch fehlte, war ein fundiertes Know-How (das Wissen um die Schwachpunkte und Best-Practice im Umgang damit) mit zertifizierten Entwicklern, die wirklich wissen, was sie tun. Ein solches war uns bereits aus der Praxis bekannt. Als zertifizierter Partner von Shopware können sie z.B. die Abrechnungsart für Lizenzen und Plugins „auf Rechnung“ an stelle der üblichen  „Guthabenbasis“ anbieten. Die Kommunikation war saarländisch-unproblematisch: direkt, genau und verbindlich (und dennoch bei einem freundlich-wertschätzenden „Sie“).

Die Projektinhaber arbeiteten auch fleißig und man sah ihnen an, was ihnen dieses Projekt bedeutet. (Das ist nicht selbstverständlich, insbesondere wenn mehr als eine Abteilung zuarbeiten muss.) In diesem Projekt waren sie „wie eine große Familie“. Alles ging Hand in Hand.

Die Roadmap ist meiner Erfahrung nach nie „echt“. Es gibt die festgeschriebene Soft-Deadline und die praktische Hard-Deadline, die das Projekt sprengen würde. Die meisten Dinge wurden noch vor dem angesetzten Terminen fertig. (Die Übersetzungsbüros, die ich nicht zu verantworten hatte, lieferten auch termingerecht.) Ein paar Abweichungen, die gerade noch rechtzeitig kamen, haben auf den Zeitplan keinen Einfluss gehabt.

Das war nicht agil, wie es im Lehrbuch steht. (Scrum mit 4 Projektpartnern finde ich unrealistisch. Kanban war hier schon eher hilfreich.) Doch die Idee, Zeit/Budget in Phasen aufzuteilen und per Burn-Down-Chart zu überwachen erwies sich als sehr nützlich: weder zu starr noch zu unverbindlich.

Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ein Shop von Fachleuten für Fachleute. Man darf auf Schnörkel und Einkaufserlebnis – wie es bei Kleidung und Deko der Fall ist – größtenteils verzichten. Es muss praktisch, informativ und einfach zu handhaben sein. Die Kunden werden die gute Struktur, das Informationsdesign und die sinnvollen Verknüpfungen zu schätzen wissen. Und das zählt!