{"id":78,"date":"2008-03-18T20:32:56","date_gmt":"2008-03-18T18:32:56","guid":{"rendered":"http:\/\/robert.kolatzek.org\/wblog\/?p=78"},"modified":"2008-03-18T20:32:56","modified_gmt":"2008-03-18T18:32:56","slug":"bibliothek_20","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kolatzek.org\/wblog\/78\/bibliothek_20","title":{"rendered":"&#8222;Bibliothek 2.0&#8220; &#8211; Was soll denn das sein?"},"content":{"rendered":"<p>Bevor wir von &#8222;Bibliothek 2.0&#8220; sprechen, sollten wir uns vergewissern, ob es so etwas \u00fcberhaupt gibt. Dieser Begriff ist zwar nicht oft aber dennoch im google-index anzutreffen. Es stellt sich nun die Frage, was er zu bedeuten hat&#8230;<\/p>\n<p>Ich staunte nicht schlecht, als ich in wikipedia ( http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bibliothek_2.0 ) den Versuch einer Definition dieses Gesch\u00f6pfes fand. Leider ist sie derma\u00dfen ungenau und mehrdeutig, dass man gar nicht von einer Definition sprechen kann. &#8222;Die englische Bezeichnung Library 2.0 wurde im Jahr 2005 von Michael Casey in seinem Blog LibraryCrunch als direkter Ableger des Begriffs Web 2.0 gepr\u00e4gt.&#8220; h\u00f6rt sich nicht schlecht an&#8230; aber der Rest passt nicht zu &#8222;2.0&#8220; &#8211; besonders, wenn man es mit dem Begriff &#8222;Web 2.0&#8220; ( http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Web_2.0 ) vergleicht. Hier ist die Rede von &#8222;&#8230;eine Reihe interaktiver und kollaborativer Elemente des Internets, speziell des WWW &#8230;&#8220;, nicht von &#8222;&#8230; prinzipielle Einbindung des Bibliotheksbenutzers in die Gestaltung und Entwicklung besonders von digitalen Dienstleistungen &#8230;&#8220; die Rede.<\/p>\n<p>Im Web 2.0 geht es um den Paradigmenwechsel von Server-Client-Modell (der allwissende Server und sein unwissender Kunde) zum Mashup- \/ P2P-Prinzip: Jeder steuert zu Gesamtheit bei: sei es durch eigene Posts, Edition und Korrektur des bereits erfassten Wissens oder zumindest durch Zusammenstellung mehrerer Quellen. So will ich auch die omin\u00f6se\u00a0 &#8222;Bibliothek 2.0&#8220; verstehen, Nicht als R\u00fcckkannal f\u00fcr Feedback an den Bibliothekar. Anders gesagt: Bibliothek als Mashup oder Wiki, nicht als unfehlbare Datenbank mit einen Feld f\u00fcr Feedback.<\/p>\n<p>[Wenn mich jemand also fragt, was ein gutes Beispiel f\u00fcr Web 2.0 ist, dann kann ich nur <a href=\"http:\/\/www.mixano.de\" target=\"_blank\">www.mixano.de<\/a> empfehlen: Es ist RSS-Reader und gleichzeitig Mashup (viele RSS-Quellen werden miteinander kombieniert: z.B. mit Hilfe von Tags -&gt; Social Bookmarking). Es erlaubt dem Benutzer Quellen hinzuzuf\u00fcgen, neue Mashups durch Tags zu generieren oder auch Nachrichten zu kommentieren.]<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Was braucht also diese Unbekannte &#8222;Bibliothek 2.0&#8220; in der Gleichung namens &#8222;Leben 2.0&#8220;?<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal die M\u00f6glichkeit, den Bibiliographischen Datenbestand vom Benutzer erweitern zu lassen. Nat\u00fcrlich ist der elektronsiche Katalog das Herzst\u00fcck einer jeden Bibliothek. Es ist sozusagen die Lagebeschreibung des Schatzes, der auf seine Entdeckung in irgend einem Regal wartet. Doch nicht nur in den Regalen ist das Wissen zusammengestellt, f\u00fcr die Zukunft aufbewahrt und zum Abruf bereitgestellt. Dies kann ebenfalls eine PDF-Datei oder das ganze WWW sein. Deshalb muss der Benutzer in der Lage sein, seine Quellen &#8222;in&#8217;s Regal&#8220; neben die B\u00fccher zu stellen, es zu beschlagworten, mit anst\u00e4ndigen Metadaten zu versehen (z.B. Dublin Core) und mit anderen Werken zu verkn\u00fcpfen.<\/p>\n<p>Des weiteren muss es dem Benutzer m\u00f6glich sein &#8211; wie es oft bereits geschieht (Beispielhaft bei ZACK &#8211; Mit Doublettenkontrolle! unter http:\/\/opus.tu-bs.de\/zack\/) &#8211; gleichzeitig mehrere Quellen (Bibliotheken \/ Kataloge \/ Datenbanken) zu durchsuchen. Dadurch entsteht eine Art Mashup (online-Quellen werden nach Relevanz ebenso wie Zeitschriften und Monographien sortiert und in einem Ergebnis pr\u00e4sentiert). Printmedien, die eine Online-Version haben, verweisen nat\u00fcrlich dorthin. Im Gegenzug erlauben spezielle Metadaten in den Internet-Seiten eine Direkte Bestellung eines Egsemplars des Zitierten Buches in der Bibliothek Ihres Vertrauens.<\/p>\n<p>Drittens: Der Bibliothekar ist nicht das Alpha und Omega! Jeder Dimplomand muss kollaborativ mit dem Bibliothekar die Metadaten, Abstracts oder Beschlagwortung mitgestalten k\u00f6nnen. Auch Bibliothekare k\u00f6nnen irren! (Wer es mir nicht glaubt sollte in LOC nach &#8222;Paccem in Terris&#8220; suchen &#8211; in jeder Antwort ist ein anderer der Autor.) Die irrige Annahme, dass die &#8222;verstaubten M\u00e4nner und Frauen zwischen den Regalen&#8220; es besser k\u00f6nnen, h\u00e4ngt mit veralteten Erfassungsregeln zusammen. In einer Zeit, in der Vorname ebenso wie Nachname blo\u00df ein Schriftzug war und nur vom Menschen zu unterscheiden, ist l\u00e4ngst vorbei! In einer Datenbank kann es den Vornamen, die Zweitnamen, den Nachnamen und einen Namenszusatz geben. Jedes davon ist eine Art f\u00fcr sich! Wenn also der Benutzer ein Buch in die Datenbank eingibt (z.B. weil er es f\u00fcr relevant h\u00e4lt), dann muss er nicht in mi\u00dfverst\u00e4ndlichen Paragraphen des RAK st\u00f6bern, sondern gibt unter Vorname den ersten Vornamen ein. Den Autor nat\u00fcrlich unter Autor, Herausgeber unter Hreausgeber und \u00dcbersetzer unter \u00dcbersetzer. (Es ist intuitiv und genau zugleich.) Er verfasst einen kurzen Abstract und beschreibt die Facetten des Buches mit Hilfe von Stich- und Schlagw\u00f6rtern. Das Feld &#8222;DDC&#8220; \u00fcberl\u00e4sst er dem fachkundigen Bibliothekar.<\/p>\n<p>Als Ergebnis bekommen wir eine Art Buch-&#8222;Wikipedia&#8220; samt Suchmaschine und Tag-Wolke. Das erinnert jeden an &#8222;Web 2.0&#8220;. Ein Kummerkasten f\u00fcr Verbesserungsvorschl\u00e4ge schafft das nicht!<\/p>\n<p>Hier einige Seiten, die sich mit der Bibliothek zweiter Generation besch\u00e4ftigen:<\/p>\n<p>http:\/\/www.bibliothek2null.de\/ &#8211; ein Blog &#8222;um die Bibliothek herum&#8220;, sprich: nicht die Bibliothek als solche ist im Zentrum, sondern die modernen Technologien, die in ihr genutzt werden (k\u00f6nnten) wie Software etc.<\/p>\n<p>http:\/\/bibliothek.terapad.com\/ und http:\/\/www.buzinkay.net\/blog-de\/2008\/02\/library20\/ sind Blogs, in etwa gleich Technik-scheu sind und Bibliothek 2.0 in der Ver\u00e4nderung der Prozesse und Hinwendung zum Kunden sehen (also genau das, was man schon zur Zeit Goethes in den meisten Bibliotheken vermisst hat). Die zweite Seite glaubt dabei eine Rezension von Casey Savastinuk&#8217;s Buch &#8222;Library 2.0&#8220; zu sein. Die erste rezensiert wiederum die zweite und http:\/\/www.blyberg.net\/2008\/01\/17\/library-20-debased\/. Diese Seite ist wohl die &#8222;Wurzel allen \u00dcbels&#8220;. Hier versucht John Blyberg diesen Begriff auf ein Minimum an Technik und ein Maximum an &#8222;Prozessoptimierung&#8220; zu bringen. Ich frage mich ob er nicht zuf\u00e4llig BWL statt Informationswissenschaften studiert hat&#8230; Im Anschluss an seinen Artikel eine geniale Kommertar-Diskussion.<\/p>\n<p>http:\/\/eprints.rclis.org\/archive\/00012429\/02\/DigitaleBib011106.pdf &#8211; [ = Danowski, Patrick and Heller, Lambert: Bibliothek 2.0 &#8211; Die Zukunft der Bibliothek?. Bibliotheksdienst 40(11). S. 1259-1271.] Ein empfehlenswerter Artikel \u00fcber die technische-, soziale- und bibliographische Aspekte der Bibliothek 2.0. Sparsam mit &#8222;2.0&#8220; aber vision\u00e4r. (Leider mit &#8222;Zitaten 1.0&#8220; &#8211; da muss sich jemand \u00fcber die Funktion der Perma-Links informieren).<\/p>\n<p>http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Bibliothek_2.0&amp;oldid=41660629 &#8211; die besagte &#8222;Definition&#8220; (oder eher ihr Ansatz) in der von mir beanstandeten Version auf de.wikipedia.org<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich die zitierte Version von &#8222;Web 2.0&#8220; aus wikipedia http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Web_2.0&amp;oldid=43738391<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bevor wir von &#8222;Bibliothek 2.0&#8220; sprechen, sollten wir uns vergewissern, ob es so etwas \u00fcberhaupt gibt. Dieser Begriff ist zwar nicht oft aber dennoch im google-index anzutreffen. 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