{"id":71,"date":"2008-04-21T22:07:25","date_gmt":"2008-04-21T20:07:25","guid":{"rendered":"http:\/\/robert.kolatzek.org\/wblog\/?p=71"},"modified":"2008-04-21T22:07:25","modified_gmt":"2008-04-21T20:07:25","slug":"itil-for-all","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kolatzek.org\/wblog\/71\/itil-for-all","title":{"rendered":"ITIL for all"},"content":{"rendered":"<p>Dummschw\u00e4tzer so weit das Auge reicht. Egal wo man hinschaut, lauter BWLer. Einige von ihnen leiten erfolgreich namenhafte oder zumindest erfolgreiche Unternehmen. Der Rest schw\u00e4tzt&#8230;<\/p>\n<p>Neulich habe ich einen fast fertig-studierten BWLer erlebt. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen soll&#8230; Dabei will er seine Dimplomarbeit in der Informationswissenschaft abgeben!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>ITIL ist wahrscheinlich die Bibel der BWLer &#8211; eine nette Geschichte dar\u00fcber, wie die IT wirklich funktioniert. Diese kennen die IT nicht selber, weil sie daf\u00fcr das falsche studiert haben&#8230; Sie lesen aus dem Buch, welches sie als &#8222;Best Practice&#8220; bezeichnen, und glauben, was darin steht. Aber so &#8211; wie man mit der Biblel umgeht, so gehen sie dann auch mit ITIL um. Wie ich geh\u00f6rt habe, die wirklich Praxis-bezogenen Teile behandelt man nach dem eigenen Gutd\u00fcnken, die &#8222;Prozesswelt&#8220; bleibt eher der Stein der Weisen.<\/p>\n<p>Nach ITIL gibt es f\u00fcr jeden Rechner-Schluckauf eine ganze Prozesskette. Zig Inputs und Outputs. Kein Wunder, dass man einem &#8222;Berater&#8220; fast ein Jahresgehalt bezahlen muss, damit man zu h\u00f6ren bekommt: &#8222;Ihr seid jetzt ITIL!&#8220; (&#8222;Hurra, wir sind eitel!&#8220; &#8211; lautet der Freudenruf.). Teilweise wird das einfache nur verkompliziertert&#8230; Ein Wasserkopf entsteht. Deutsche Produkte werden dadurch nur teuerer.<\/p>\n<p>Das Allerbeste ist: die Bundeswehr wird auf ITIL umgestellt. Stellen Sie sich jetzt vor, der Chef einer Panzerdivision zieht in die Schlacht. Er muss seinen Bedarf an 12 (?) Z\u00fcgen anmelden. Da meldet sich im Call-Center eine Mitarbeiterin des Bedarfsmanagements und nimmt die Bestellung auf. Da sie nicht selber entscheiden darf, muss sie auch die Kollegen von Incident-Management konsultieren und anschliessend weiterleiten. Da sie vergessen hat, die Leistungensvereinbahrung abzuschliessen, ruft sie zur\u00fcck und verhandelt: Wie gro\u00df diese Panzer sein sollen, d\u00fcrfen sie nur zu 99.95% verf\u00fcgbar sein, m\u00fcssen sie alle gr\u00fcn gestrichen sein &#8211; oder t\u00e4t&#8217;s auch ein rosa-Panzer, wie viel Munnition braucht man denn und so weiter und so fort&#8230;<\/p>\n<p>Und jetzt stellen Sie sich vor, ein Admin soll 50 DAU&#8217;s (1 DAU = 1 D\u00fcmmster Anzunehmender User) nicht nur das Internet freischalten. Nein, auch der Schutz vor Viren, Backup wichtiger Daten, Installationen, Konfigurationen, Spamschutz, Betreuung der Internet-Seite etc geh\u00f6ren zu seinen Aufgaben. Wenn er f\u00fcr jede T\u00e4tigkeit wie ein General einer Panzerdivision den Bedarf anmelden soll&#8230; Na gute Nacht! Dann braucht er zumindest zwei Sekret\u00e4re&#8230;<\/p>\n<p>Es mag sein, das ITIL bei 250 000 Mitarbeitern in einem Softwareunternehmen sogar unentbehrlich ist. (W\u00fcrde man es nicht anwenden, k\u00f6nnte man vielleicht sogar 50 000 davon sparen.) Aber als BWLer zu glauben ITIL ist das A und O, k\u00f6nnte man gleich an die Existenz von Einh\u00f6rnern glauben!<\/p>\n<figure style=\"width: 560px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/geekandpoke.typepad.com\/.shared\/image.html?\/photos\/uncategorized\/2008\/04\/22\/ch10.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" title=\"Geekandpoke\" src=\"http:\/\/geekandpoke.typepad.com\/photos\/uncategorized\/2008\/04\/22\/ch10.jpg\" alt=\"Noch ein Beispiel...\" width=\"560\" height=\"400\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-caption-text\">Noch ein Beispiel...<\/figcaption><\/figure>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/geekandpoke.typepad.com\/.shared\/image.html?\/photos\/uncategorized\/2008\/04\/22\/ch10.jpg\" alt=\"Noch ein Beispiel...\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dummschw\u00e4tzer so weit das Auge reicht. Egal wo man hinschaut, lauter BWLer. Einige von ihnen leiten erfolgreich namenhafte oder zumindest erfolgreiche Unternehmen. 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