{"id":517,"date":"2010-03-04T20:33:14","date_gmt":"2010-03-04T18:33:14","guid":{"rendered":"http:\/\/robert.kolatzek.org\/wblog\/?p=517"},"modified":"2010-03-04T20:33:14","modified_gmt":"2010-03-04T18:33:14","slug":"das-denken-ist-anstrengend-aber-es-lohnt-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kolatzek.org\/wblog\/517\/das-denken-ist-anstrengend-aber-es-lohnt-sich","title":{"rendered":"Das Denken ist anstrengend &#8211; aber es lohnt sich&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Ich war erstaunt, sogar entsetzt, als ich einen kurzen <a title=\"Dummheit sollte wirklich weh tun.\" href=\"http:\/\/www.computerwelt.at\/detailArticle.asp?a=126758&amp;n=4\" target=\"_self\">Artikel auf computerwelt.at \u00fcber die Ahnungslosigtkeit der Mehrheit der Internetnutzer<\/a> las [Update: Facebook-Nutzer um genau zu sein]. Obwohl diese Menschen ganz genau wissen, wie die URL von Facebok lautet, bem\u00fchen sie Suchmaschinen dazu, die Facebook-Login-Seite zu finden. Das ist schon mal eine gute Grundlage f\u00fcr Phishing. Doch damit nicht genug. Obwohl diese Seite ganz anders aussah, haben sich diese Menschen beschwert, dass sie sich nicht einloggen k\u00f6nnen. Keiner hat auf die URL geachtet. Welche Schl\u00fcsse ziehen wir daraus?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<ol>\n<li>Das Internet ist in manchen H\u00e4nden wie eine entsicherte Waffe. Gott sei Dank, haben diese den Abzug nicht gefunden. &#8230;Was aber nicht bedeutet, dass andere ihn finden: die b\u00f6sen b\u00f6sen Hacker. Millionen von Windows-Rechnern h\u00e4ngen am Netz und sind potenzielle Gefahr f\u00fcr jeden Server (auch die extrem wichtigen &#8211; die unser Leben bestimmen), weil ihre Besitzer nicht einmal Basics der Computernutzung verstehen und auf jeden zweiten Virus einfallen. Andere verharmlosen es und sagen: &#8222;Das kann ich doch nicht wissen&#8220; (Das k\u00f6nnten sie, wenn sie sich diesbez\u00fcglich ein wenig weiterbilden w\u00fcrden &#8211; auch mit Computerbild.) Man darf in Deutschland kein Auto unverschlossen auf der Stra\u00dfe stehen lassen (Ordnungswidrigkeit), weil schon alleine das L\u00f6sen der Handbremse durch einen B\u00f6sewicht die Gefahr f\u00fcr Leib und Leben der Passenten bedeuten kann. Man darf in Deutschland aber &#8211; ohne jegliche Folgen &#8211; Teilnehmer des Internets werden und v\u00f6llig Ahnungslos einen Rechner betreiben. Das ist ja so als w\u00fcrde man das Auto zwar abschlie\u00dfen, aber den Schl\u00fcssel in der T\u00fcr stecken lassen. Ist das weniger gef\u00e4hrlich?<\/li>\n<li>Das Denken f\u00e4llt offenbar den meisten Internetnutzern schwer. Sie sind naiv und ahnungslos wie Kinder. Gibt es eine Falle im Internet, m\u00fcssen nur genug solcher Kinder darauf hereinfallen&#8230; dann macht man ein Gesetzt. Denken hilft manchmal auch.<\/li>\n<li>Weil die Internetnutzer so fahrl\u00e4ssig sind, k\u00f6nnten die Banken behaupten: &#8222;<em>Erwiesenerma\u00dfen sind die Internetnutzer mehrheitlich unachtsam und naiv. Sie fallen sogar auf\u00a0 ganz plumpes Phishing herein. Wenn auf einem Konto Geld fehlt, ist anzunehmen, dass der Internetnutzer dazu zumindest beigetragen hat. Aufgrund dieser Fahrl\u00e4ssigkeit sind wir als Banken aus der Verantwortung raus.<\/em>&#8220; Nach der sehr verbreiteten &#8222;<a title=\"Wahrheitstheorien\" href=\"http:\/\/robert.kolatzek.org\/Info-Ethik\/node9.html\">statistischen Wahrheit<\/a>&#8220; m\u00fcsste man dem auch zustimmen. Es ist wahrscheinlicher, dass ein Bankkunde weder die URL \u00fcberpr\u00fcft hat oder f\u00fcr die Sicherheit seines Rechners garantieren kann, als umgekehrt. Sollten Sie zur Minderheit geh\u00f6ren, w\u00e4ren Sie in der Pflicht, nachzuweisen, dass Sie dazu nicht beigetragen haben &#8211; Nur wie?<\/li>\n<li>Microsoft hat mit seinem Windows zu Verbreitung von Computern beigetragen. Viele Spielzeuge, zur Verbreitung des Internets. Damit bewegen sich beide Sachen auf dem &#8222;Spielzeug-Niveau&#8220;. &#8222;Klick mal hier, kannst nichts kaputt machen.&#8220; &#8211; Lernen Rentner wie Kinder in Selbsthilfegruppen. &#8222;Na wenn es so ist&#8230; &#8230;dann lasst uns mal Klicken. Egal wohin, egal warum. Man kann doch nichts kaputt machen!&#8220;<br \/>\nWir sollten damit aufh\u00f6ren, diese Dinge als blo\u00dfes Spielzeug zu betrachten! Sp\u00e4testens dann, wenn jeder B\u00fcrger an seine (aus meiner Sicht v\u00f6llig sinnlose) <a title=\"Das sch\u00f6ne neue gute Internet\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/De-Mail\">DE-Mail<\/a> angekettet wird und seine Steuerbescheide v\u00f6llig unbemerkt an eine E-Mail-Adresse verschickt werden (und die Einspruchsfrist abgelaufen ist) gibt es gro\u00dfes Geschrei. Man sollte besser jetzt dagegen schreien, wenn man sich dagegen wehren will. Aber auch das ist den Meisten egal.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Es ist f\u00fcr mich erschreckend, wie naiv mit dem Thema Computer und Internet umgegangen wird. Um ein Auto fahren zu d\u00fcrfen braucht man einen F\u00fchrerschein (in \u00d6sterreich einen &#8222;Lenkerschein&#8220;). Um etwas ebenso gef\u00e4hrliches und noch komplexeres zu bedienen, braucht man gar nichts. Man braucht nicht einmal zu denken!<\/p>\n<p>Es ist nichts Neues, dass die meisten Menschen mit den W\u00f6lfen heulen&#8230; Als Mobs im Mittelalter unbeliebte Frauen zu Hexen machten, haben die (teilweise auch schlecht gebildeten) Inquisitoren wenigstens nach den Gr\u00fcnden gefragt. So konnten mehr Frauen vor dem Scheiterhaufen gerettet werden als darauf gelandet sind (<a href=\"http:\/\/www.historicum.net\/themen\/hexenforschung\/einfuehrung\/\">Kein Witz, Tatsache<\/a>!). Das Denken ist eben anstrengend. Anstrengender jedenfalls als nicht zu denken. Aber es lohnt sich. Das Denken kann sogar Leben retten!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich war erstaunt, sogar entsetzt, als ich einen kurzen Artikel auf computerwelt.at \u00fcber die Ahnungslosigtkeit der Mehrheit der Internetnutzer las [Update: Facebook-Nutzer um genau zu sein]. 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