{"id":51,"date":"2008-01-22T19:15:13","date_gmt":"2008-01-22T17:15:13","guid":{"rendered":"http:\/\/robert.kolatzek.org\/wblog\/?p=51"},"modified":"2008-01-22T19:15:13","modified_gmt":"2008-01-22T17:15:13","slug":"gefangen-in-der-shell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kolatzek.org\/wblog\/51\/gefangen-in-der-shell","title":{"rendered":"Gefangen in der Shell"},"content":{"rendered":"<p>Zu viel Programmieren ist ungesund! Das wussten schon die alten Griechen. Deshalb haben sie nicht programmiert.<\/p>\n<p>Und wir?<\/p>\n<p>Wir tun so, als ob das normal w\u00e4re. Die folgende Geschichte zeigt die offensichtliche Folgen dieses Irrtums.<!--more--><\/p>\n<p>Man schleppt sich fr\u00fch am Morgen gegen 9 Uhr in die Arbeit. Dort angekommen melkt man als erstes die Kaffemaschine. Sooo&#8230; Jetzt kann der Tag beginnen!<\/p>\n<p>Und der beginnt: Man schaut die zugemailten logfiles durch, startet gleich drei shells mit ssh. Windoofs meckert, dass er gerne neu starten w\u00fcrde&#8230; (W\u00fcrde ich auch gerne &#8211; aber die Arbeit ruft! Keine Zeit f\u00fcr einen Kurzschalf.)<\/p>\n<p>Auf den Servern verschl\u00fcsselt angekommen sieht man den blinkenden Cursor. Man vertieft sich mit uptime, top und ps au in die Wirren der \u00fcber hundert laufenden Prozesse. Hmmm&#8230; Ein mv ist angesagt. Man schiebt m\u00fchsam ein paar Ordner \u00fcber NFS auf eine andere Kiste. Da sind ja noch einige hundert GB frei. Man startet einen Importer (als ob Cron das nicht genauso gut k\u00f6nnte) und schaut sich mit tail -f den log an. In der anderen Shell will man die Entwicklung auf der Festplatte beobachten und l\u00e4sst sich mit watch -n 3 &#8218;df -h&#8216; das ganze Elend anzeigen.<\/p>\n<p>Auf einmal ein Anruf. Upss&#8230; Wo ist denn auf der Telefon-Tastatur ENTER? &#8222;Amt&#8220; muss man dr\u00fccken. OK. Es geht los: Irgend jemand aus irgend einer Stadt hat irgendein Anliegen an den Kollegen. Man versucht mit einer Weiterleitung. Nur wie mach man das? Man kann den Gespr\u00e4chspartner nicht mit SRTG-Z in den Hintergrund schieben&#8230; Oder zumindest mit STRG-S die &#8222;Ausgabe&#8220; so lange stoppen bis man STRG-Q gedr\u00fcckt hat. Eine Pipe ist auch auf dem Telefon nicht vorhanden&#8230; &#8222;Rufuml.&#8220; k\u00f6nnte man versuchen&#8230; Acha! Man kann die andere Nummer eintippen. 123&#8230; eh&#8230; War das nicht 223? STRG-A und ENTF geht ja nicht. BACKSPACE gibt es auch nicht. Was nun? Man k\u00f6nnte ja versuchen, mit\u00a0 &#8218;history&#8216; oder &#8222;Pfeil nach oben&#8220;-Taste die zuletzt gew\u00e4hlte Nummern anzuzeigen &#8211; leider nur auf der bash. STRG-W zum L\u00f6schen und neu Eingeben scheint auch unm\u00f6glich. Soll man mit STRG-B versuchen zur falschen Ziffer zu gehen und mit STRG-F zur\u00fcck? Geht ja nicht. Es funktioniert: Es war die komische blinkende Taste ohne Namen. Der Kollege erz\u00e4hlt, ein anderer Kollege w\u00e4re zust\u00e4ndig, ist aber heute nicht da. Da muss man &#8211; wohl oder \u00fcbel &#8211; zum Anrufer zur\u00fcck. Aber wie gebe ich fg ein? 3334? Nach einigen Versuchen beamt einen das &#8222;OK&#8220; zur\u00fcck. Ohne Copy &amp; Paste versucht man, den Inhalt des internen Gespr\u00e4chs an den Anrufer zu wiedergeben. Geschafft! Jetzt nur noch ein STRG-D, um nicht von der Ausgabe des Anrufers bel\u00e4stigt zu werden, und es w\u00e4re so gut wie \u00fcberstanden. (Man will ja nicht unh\u00f6flich sein und mit STRG-C das Ganze abbrechen&#8230;) Aber leider ist diese Option nicht drin! Man bedankt sich am Ende noch f\u00fcr die St\u00f6rung und wartet auf das befreiende piepsen im Kopfh\u00f6rer.<\/p>\n<p>Eine Frage kommt einem aber schon auf: Warum k\u00f6nnen Telefone nicht so einfach zu bedienen sein wie die Shell?<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Diese Geschichte ist erfunden. Die beteiligten Personen existieren nicht. Alles nur Fantasie&#8230; Alles? Wenn Sie wissen, was wahr ist, dann bedeutet es: die Bash-Tastaturkommandos kennen Sie gut genug!<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu viel Programmieren ist ungesund! Das wussten schon die alten Griechen. Deshalb haben sie nicht programmiert. Und wir? Wir tun so, als ob das normal w\u00e4re. 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