{"id":305,"date":"2009-02-04T22:04:45","date_gmt":"2009-02-04T20:04:45","guid":{"rendered":"http:\/\/robert.kolatzek.org\/wblog\/?p=305"},"modified":"2009-02-04T22:04:45","modified_gmt":"2009-02-04T20:04:45","slug":"medien-ethik-und-williamson","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kolatzek.org\/wblog\/305\/medien-ethik-und-williamson","title":{"rendered":"Medien, Ethik und die Sache mit dem Bischof Williamson"},"content":{"rendered":"<p>Mehr als die Menschen im Lande, bewegt der Fall des Bischof Williamson die Journalisten. Nur warum? Wegen ihrer Arbeit? Ich denke:\u00a0 Die einen, weil sie keine Ahnung haben (die berufsbedingte Sensation-Sucht), die anderen, weil sie der katholischen Kirche schaden wollen.<\/p>\n<p>Will man auch als Journalist professionell bleiben, muss man dabei zwischen 3 Dingen unterscheiden und diese ethisch anders bewerten:<\/p>\n<ul>\n<li> &#8222;Die Gedanken sind frei&#8230;&#8220; &#8211; Wer es will, kann den Zeitzeugen glauben oder auch nicht, aber eine klare Leugnung nie aussprechen, da dies eine Straftat ist.<\/li>\n<li>Die Leugnung der grausamen Geschichte des Judenmordes durch die Nazis (aber nicht nur!) wird vom Staat, der Kirche, den B\u00fcrgern und Kirchenmitgliedern verabscheut.<\/li>\n<li>Wer zur katholischen Kirche geh\u00f6ren darf,\u00a0 sich katholisch nennen darf, was &#8222;katholisch&#8220; ist darf nur der Papst und das Konzil entscheiden. Niemand sonst.<\/li>\n<\/ul>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In meiner Seminar-Arbeit zur <a title=\"Ethik der Medien\" href=\"http:\/\/robert.kolatzek.org\/Info-Ethik\/Info-Ethik.html\">Medienethik<\/a> habe ich versucht, den Begriff der Wahrheit als Fundament der Medienethik darzustellen. Dazu geh\u00f6rt, dass ein Journalist genau wei\u00df, wie in welchem Bereich &#8222;die Wahrheit&#8220; gewonnen werden kann: Ob man einen Bischof nach der Erdanziehungskraft am Nordpol fragen soll und wie sinnvoll es ist, eine statistische Erhebung f\u00fcr die Erkl\u00e4rung physikalischer Gesetze zu Rate zu ziehen. In unserem Fall ist die Vermischung der Sachverhalte, die Unklarheit \u00fcber das Erkennen der Wahrheit und der Einfluss pers\u00f6nlicher Motive ein Problem &#8211; und zwar bei denen, die sich gerne Profis nennen: den Journalisten!<\/p>\n<p>Die Leugnung des Judenmordes im 2. Weltkrieg und danach (Holocaust genannt) wird in fast allen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern bestraft. In Deutschland gilt (laut Wikipedia) \u00a7130, \u00a7189 und \u00a7194 des Strafgesetzbuches. Damit ist ein Interview des Bischof Williamson (zustande gekommen in Deutschland) <strong>ein klarer Fall f\u00fcr die Staatsanwaltschaft und nicht f\u00fcr die Politik oder Medien<\/strong>. Wenn ein Bischof mit 120 km\/h durch die Ortschaft fahren w\u00fcrde, w\u00e4ren auch die Polizisten und nicht nicht die Fotoreporter f\u00fcr dieses Vergehen zust\u00e4ndig!<\/p>\n<p>Zurecht sagt man, das Holocaust-Leugnung ein schlimmes Vergehen ist und man erwarten darf, dass katholische Bisch\u00f6fe sich dazu nicht verleiten lassen. <strong>(Das zeugt \u00fcbrigenst von einer Hochsch\u00e4tzung der katholischen Kirche<\/strong> &#8211; w\u00e4re das ein Kaninchenzuchtverein, w\u00fcrde sich keiner dar\u00fcber aufragen.) Hier haben der Papst und die Mitglieder der katholischen Kirche (auch die neu aufgenommenen Lefebvr&#8217;isten) klar Stellung bezogen. Die ehemals aus der Gemeinschaft der Kirche ausgeschlossenen Anh\u00e4nger des Bischofs Lefebvre wissen, dass dessen Vater als franz\u00f6sischer Aufst\u00e4ndler in einer Gaskammer starb. <strong>Es ist also die Tat einer einzelnen Person, die mit dem Glauben schon gar nichts zu tun hat!<\/strong><\/p>\n<p>Umso schlimmer ist es, dass die &#8222;Profis der Medienwelt&#8220; nichts verstanden haben und weiter ihre Vorstellungen in Opposition zur Lehre der Kirche bringen und am Papst kritik \u00fcben. Dabei ist er laut katholischem Glauben (Beschluss des 1. Vatikanischen Konzils) ebenso wie die Gemeinschaft der Bisch\u00f6fe letzte Instanz in Sachen des Glaubens. <strong>Was der Papst und das Konzil in Bezug auf den Glauben (nicht \u00fcber Geometrie oder Soziologie) sagen, ist schlicht und einfach &#8222;katholisch&#8220;! <\/strong>Notfalls darf man eine kritische Betrachtung der &#8222;Glaubens-Wissenschaftler&#8220; &#8211; der Theologen zulassen &#8211; solange diese selber katholisch sind und \u00fcber die Katholizit\u00e4t der Piusbruderschaft spekulieren. Ein Journalist mit der religi\u00f6sen Bildung eines Gymnasiasten (im besten Fall!) und einem religi\u00f6sen Empfinden eines f\u00fcnfj\u00e4hrigen geh\u00f6rt leider nicht dazu. Er kann die Medien als Spielwiese f\u00fcr seine ablehnende Haltung der Kirche gegen\u00fcber benutzen &#8211; zum interreligi\u00f6sen Dialog o. \u00c4. taugen die Aussagen solcher Menschen &#8211; meiner Ansicht nach &#8211; leider nicht! Auch der Bundeskanzlerin steht keine Kritik am Papst zu. Er hat nicht als Chef des Vatikanstaates gehandelt (Politiker, den man in diplomatischen Beziehungen durchaus kritisieren d\u00fcrfte) sondern in Sachen des Glaubens und der Glaubensgemeinschaft. Dies ist jedoch vom Staatlichen zu trennen (sagt zumindest die deutsche Verfassung).<\/p>\n<p>Manchmal frage ich mich, ob ich den Fernseher noch brauche. Ein beispiel: Mitte November (?) wird im CERN der neue Teilchenbeschleuniger in Betrieb genommen. Die Protonen sollen auf Kollisionskurs gebracht werden, um Schwarze L\u00f6cher zu erzeugen. Diese &#8222;verschlucken&#8220; ihre Umwelt (laut Erkenntnissen der Astronomie) und k\u00f6nnten auch die Materie im und um CERN herum verschlucken, sogar so anwachsen, dass sie unsere Erde vernichten &#8211; so die nicht unbegr\u00fcndete Kritik an diesem Vorhaben. Im ZDF &#8211; dem Sender mit meisten Besserwissern ? &#8211; wird man mit den folgenden Worten begr\u00fc\u00dft: &#8222;Die Welt steht noch. Es ist nichts passiert.&#8220; und &#8222;zeigt mit dem Finger&#8220; auf die Kritiker der CERN-Forschung. Die Frau Slomka d\u00fcrfte dabei Ihr &#8222;Besserwisser-Sein&#8220; ruhig ausspielen, wenn sie denn auch besser w\u00fcsste. Leider war es nicht der Fall: Man hat im CERN an jenem Tag nur ein paar harmlose Elektonen durch die R\u00f6hre kreisen lassen, keine Protonen! Sie kritisiert die CERN-Kritiker und stempelt als &#8222;r\u00fcckst\u00e4ndige D\u00fcmmchen&#8220; ab, weiss selber aber auch nicht besser &#8211; hat wohl nur dieses Gef\u00fchl, besser zu wissen. Gott bewahre uns vor solchem Journalismus!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr als die Menschen im Lande, bewegt der Fall des Bischof Williamson die Journalisten. Nur warum? Wegen ihrer Arbeit? Ich denke:\u00a0 Die einen, weil sie keine Ahnung haben (die berufsbedingte Sensation-Sucht), die anderen, weil sie der katholischen Kirche schaden wollen. 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