{"id":299,"date":"2009-01-10T23:05:00","date_gmt":"2009-01-10T21:05:00","guid":{"rendered":"http:\/\/robert.kolatzek.org\/wblog\/?p=299"},"modified":"2009-01-10T23:05:00","modified_gmt":"2009-01-10T21:05:00","slug":"gott-gibt-es-wahrscheinlich-nicht-na-und","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kolatzek.org\/wblog\/299\/gott-gibt-es-wahrscheinlich-nicht-na-und","title":{"rendered":"&#8222;Gott gibt es wahrscheinlich nicht&#8230;&#8220; Na und?"},"content":{"rendered":"<p>Es ist <a title=\"Londons Busse &quot;fahren gegen Gott&quot;\" href=\"http:\/\/www.welt.de\/welt_print\/article2982303\/Gott-existiert-wahrscheinlich-nicht-Geniesst-das-Leben.html\" target=\"_blank\">komisch bis l\u00e4cherlich<\/a>, dass sich eine bekennende Atheistin \u00fcber den Glauben an Gott aufregt. Sie wissen wohl was ich meine: eine Britin, die nicht an die Existenz Gottes glaubt (wohl genauso wie an den Himmel oder die H\u00f6lle), sich aber \u00fcber einen Schriftzug auf einem Stadbus ala &#8222;Wer nicht an Jesus glaubt, f\u00e4hrt zu H\u00f6lle&#8220; aufregt. Dabei ist dieser Spruch an einem Bus wohl eindeutig eines Schmunzlers wert&#8230; Ich wei\u00df nicht, ob alle Atheisten ebenso humorlos sind wie diese Frau &#8211; ich kenne davon zu wenige. Eines steht f\u00fcr mich fest: Solange ich verneinen w\u00fcrde, dass Radioaktivit\u00e4t gesundheitssch\u00e4dlich ist, w\u00fcrde ich mich nicht \u00fcber einen Kernkraftwerk vor meiner Haust\u00fcr aufregen.<\/p>\n<p>Doch was hat das ganze mit diem Blog und seinem Autor zu tun? Finden Sie&#8217;s heraus!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Situation ist aus drei Gr\u00fcnden sehr interessant f\u00fcr mich:<\/p>\n<ol>\n<li>Ist die Aktion in London das erste und deutliche Anzeichen f\u00fcr Intolleranz gegen\u00fcber Glaubenden?<\/li>\n<li>Das Ganze kenne ich doch woher&#8230; nur unter anderem Vorzeichen&#8230; Ach ja: die <a title=\"Pascal Wettet f\u00fcr den Glauben\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pascalsche_Wette\">Pascalsche Wette<\/a>!<\/li>\n<li>Stimmt die &#8222;Behauptung aus London&#8220;? W\u00e4ren wir ohne Glauben wirklich besser dran?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Man l\u00e4sst heutzutage jeden Menschen jeden &#8222;abgefahrenen Schrott&#8220; glauben (Zwerge, Elfen, Macht der Steine, kosmische Energien) &#8211; alles im Namen der Tolleranz. Aber wehe, man bekennt sich zu einem Gott, der &#8222;Rang und Namen&#8220; hat: man kriegt immer mehr das Gef\u00fchl, wie ein geistig Behinderter behandelt zu werden. &#8222;Das glaubst Du wohl nicht wirklich, was der Papst sagt&#8230;&#8220; oder &#8222;Du\u00a0 musst Gott in dir entdecken&#8220; kriegt man dann gesagt. Wenn man an etwas glaubt, muss man das rechtfertigen k\u00f6nnen: Man tut ja etwas, was zum \u00fcberleben nicht notwendig ist (wie Essen oder Trinken). Man kann im Namen Gottes versuchen, andere von seiner Existenz zu \u00fcberzeugen. Aber man muss als Nichtglaubender beim besten Willen nicht den inneren Zwang empfinden, zum Nichtglauben zu missionieren! Vor allem im Namen wessen? Eines Nichtgottes? ;-)<\/p>\n<p>Wer philosophische Gottesbeweise studiert hat (hier war <a title=\"Prof. Emerich Coreth SJ - Publikationen\" href=\"http:\/\/www.uibk.ac.at\/philtheol\/coreth\/publ\/index.html.de\">Prof. Emerich Coreth SJ<\/a> zwar nicht mein Lehrer, ist und bleibt aber mein leuchtendes Vorbild), dem F\u00e4llt bei einer solchen Wette eine andere ein: die des <a title=\"Pascals Wette\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pascalsche_Wette\" target=\"_self\">Blaise Pascal<\/a>. Dieser hat behauptet, dass unheimlich mehr wert w\u00e4re an Gott zu glauben (und sich damit f\u00fcr den Gewinn: das ewige Leben im Himmel zu entscheiden) als nicht zu glauben. Wenn man glaubt, kann man den Himmel gewinnen oder nichts gewinnen &#8211; g\u00e4be es Gott nicht. Wenn man jedoch nicht glaubt kann man nichts gewinnen &#8211; nur verlieren und in der H\u00f6lle landen, g\u00e4be es Gott trotz aller negativen Erwartung. Jetzt wird diese Idee umgekehrt: Man geht stillschweigend davon aus, dass es Gott nicht gibt und damit ist jede Bem\u00fchung um ein gottgef\u00e4lliges Leben vergeblich. Einem Glaubenden entgehen tausende von unmoralischen Angeboten, die dieser ablehnen muss &#8211; eben weil sie unmoralisch sind. Wenn die Unterst\u00fctzer dieser Idee glauben, uns von einem Kafka-\u00e4hnlichem Leben zu befreien und einen <a title=\"Biographie Kierkegaards und sein Gottesbegriff\" href=\"http:\/\/science.orf.at\/science\/news\/142004\">Gott Kieregaards<\/a> (einem totalit\u00e4ren, schtraffendem Gott-Vater) zu erl\u00f6sen glauben, dann irren sie.<\/p>\n<p>Ich weise unmoralische Angebote zur\u00fcck, weil sie eben unmoralisch sind. Und meine Moral gr\u00fcndet in Gottes Wort. Ohne das Wort Gottes g\u00e4be es &#8211; schon rein religionsphilosophisch gesehen &#8211; keine Moral, sondern nur &#8222;Mord und Totschlag&#8220;. Wer die philosophie Immanuel Kants kennt &#8211; seine &#8222;<a title=\"Kant - Kritik der praktischen Vernunft - Volltext\" href=\"http:\/\/www.ac-nice.fr\/philo\/textes\/Kant-KritikPraktischenVernunft.htm\" target=\"_blank\">Kritik der praktischen Vernunft<\/a>&#8220; &#8211; der wei\u00df, dass es unm\u00f6glich ist, eine Moral aufzubauen oder zu erfinden, in der nur das Diesseitige z\u00e4hlt. Wir k\u00f6nnen nicht alle sch\u00f6n, reich und gesund sein. Wenn es Gott nicht g\u00e4be, w\u00e4re jede Moral blo\u00dfes Wunschdenken, weil f\u00fcr Gutestun keine Belohnung und f\u00fcr Schlechtestun nur selten eine Gef\u00e4ngnisstrafe zu erwarten w\u00e4re. Solche, die Belohnung und Strafe nicht wahr haben wollen, sehen wir immer wieder: mal als &#8222;F\u00fchrer&#8220;, mal als Jugendliche-Messerstecher, mal als Junkies mit einer HIV-verseuchten Nadel. Sollen wir einen auch nur &#8222;theoretischen&#8220;, belohnenden und strafenden Gott wirklich abschaffen? Wollen wir das wirklich?<\/p>\n<p>&#8222;Gott gibt es wahrscheinlich nicht&#8230;&#8220; Na und? Was k\u00fcmmert mich als Christen eine Wahrscheinlicheitsrechnung eines Atheisten? Seine Existenz kann man nicht beweisen &#8211; Ebenso wie seine Nichtexistenz! Ich weiss nur eines: Es ist Glaubenssache. Ich kann es mir nicht einmal vorstellen, dass es IHN nicht g\u00e4be&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist komisch bis l\u00e4cherlich, dass sich eine bekennende Atheistin \u00fcber den Glauben an Gott aufregt. 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