{"id":1389,"date":"2022-10-23T23:53:35","date_gmt":"2022-10-23T21:53:35","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.kolatzek.org\/wblog\/?p=1389"},"modified":"2022-10-23T23:55:28","modified_gmt":"2022-10-23T21:55:28","slug":"weltanschauung-vs-religion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kolatzek.org\/wblog\/1389\/weltanschauung-vs-religion","title":{"rendered":"Weltanschauung vs. Religion"},"content":{"rendered":"\n<p>In den \u00fcblichen Rechtstexten, bis hin zu Stellenausschreibungen und \u00e4hnlichen Dingen kommen diese zwei Begriffe nebeneinander vor. Sie wirken Synonym und austauschbar Punkt doch das sind sie nicht.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Wie der Name schon sagt, ist die Weltanschauung eine Art und Weise der Betrachtung dieser Welt, die jeder Mensch ganz pers\u00f6nlich vollzieht. Menschen mit \u00e4hnlichen Erkenntnissen dieser Beobachtung schlie\u00dfen sich zu interessenverb\u00e4nden wie Vereinen oder Parteien zusammen. Davon zu unterscheiden ist die Religion, die eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr diese Welt und bestimmte Pflichten beinhaltet. Die Religion hat einen totalen Anspruch an den Menschen, denn sie reicht \u00fcber diese Welt hinaus.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Weltanschauung, wie die des menschengemachten Klimawandels, kann wissenschaftlich begr\u00fcndet werden, ohne dass sie die Evidenz hat, die der Wissenschaft eigen w\u00e4re. Es ist einfach eine bestimmte Ansicht, verbunden mit der Hoffnung, dass sie stimmt. \u00c4hnliche wissenschaftlich begr\u00fcndbare Ansichten sind z.B der Kommunismus, wonach allen Menschen nur das zum Leben n\u00f6tige bereitgestellt werden muss, und das auch noch unterschiedslos. Stirbt der Mensch, kann es ihm egal sein, ob seine Weltanschauung stimmte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht so die Religion. Eine Offenbarungsschrift oder Legende wirkt sich auf den Menschen total aus Punkt das bedeutet, was er jetzt tut, wirke sich auch nach seinem Tode aus. Eine Religion kann \u2013 muss aber nicht \u2013 bestimmten Weltanschauungen widersprechen. So ist z.B das Christentum, dass laut der Bibel nur zwei Geschlechter kennt, niemals mit der Gender-Ideologie vereinbar, die Zig oder gar Hunderte Geschlechter kennt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Weltanschauung und die Religion haben gemeinsam, dass ihre Begr\u00fcndung und ihre Zielsetzung niemals beweisbar sind. Sie sind zum Teil und unter bestimmten Umst\u00e4nden nur widerlegbar. Das weder Polen noch Russen oder Chinesen durch den Kommunismus eine gl\u00fcckliche Gesellschaft erreichten, kann an den V\u00f6lkern liegen. Ebenso ist es nicht absolut und eindeutig m\u00f6glich, zu beweisen dass es Gott gibt, ebenso wie das die Welt von Gott erschaffen wurde. Auch das Leben nach dem Tod und eine Strafe nach dem Tod sind wieder beweisbar noch widerlegbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Wozu brauchen wir also diese zwei Begriffe in den juristischen Texten? Es geht um die Entfaltungsfreiheit des Menschen und der Gesellschaft, die auf solche sinnstiftenden Ideen angewiesen sind. Es gibt keine Gesetze ohne eine weitere Begr\u00fcndung in der Weltanschauung oder Religion. Dass etwas erstrebenswert ist und mit Steuern gef\u00f6rdert werden soll, sitzt voraus, dass wir wissen, was gut ist und auf die Zukunft hin zu verfolgen w\u00e4re. Da keiner von uns die Zukunft vorhersagen kann, kann es also nur um eine Hoffnung gehen, die aus einer bestimmten \u00dcberzeugung kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Religion und Weltausschauung sind also keine Feinde der Demokratie, sondern ihre Grundvoraussetzungen. So macht es keinen Sinn, von Trennung zwischen Kirche und Staat zu sprechen. Es sind von sich aus zwei verschiedene Institutionen. Meistens meint der Sprecher damit: die religi\u00f6sen Vorstellungen und Pflichten sollen keine Auswirkungen auf Gesetze haben. Aber Gesetze brauchen Begr\u00fcndungen. Kommen diese Begr\u00fcndungen nicht aus religi\u00f6sen \u00dcberzeugungen, entstammen sie anderen Weltanschauungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aktuell erleben wir quasi religi\u00f6se Weltanschauungen, die einer Sekte gleichen. Sie haben den Absolutheitsanspruch einer Religion. Dadurch sind Dinge wie Besitz oder sogar Menschenleben angesichts des Verfolgten Ideals als minderwertig zu betrachten. Menschen, die sich an die Stra\u00dfen oder Kunstwerke kleben, meinen, dass ihre Sicht der Dinge so unglaublich mehr Wert ist als das Leben eines Patienten im OP, der auf den Arzt wartet, dem Stau steht.<\/p>\n\n\n\n<p>Um solche Meinungsdiktaturen zu verhindern, muss der Staat m\u00f6glichst neutral bleiben und einen gerechten Ausgleich schaffen. Dabei darf er den Religionen aber nicht alles verbieten, da der Staat nicht beurteilen kann, ob es einen Gott gibt und dieser auch dies oder jenes verlangt oder nicht. Er muss es den B\u00fcrgern gestatten, nach ihrer Religion zu leben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den \u00fcblichen Rechtstexten, bis hin zu Stellenausschreibungen und \u00e4hnlichen Dingen kommen diese zwei Begriffe nebeneinander vor. 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