{"id":1311,"date":"2021-05-03T00:09:35","date_gmt":"2021-05-02T22:09:35","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.kolatzek.org\/wblog\/?p=1311"},"modified":"2021-05-03T00:10:33","modified_gmt":"2021-05-02T22:10:33","slug":"frauenfilm-fuer-maenner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kolatzek.org\/wblog\/1311\/frauenfilm-fuer-maenner","title":{"rendered":"Frauenfilm f\u00fcr M\u00e4nner"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Film, den ich neulich auf Bibel TV gesehen habe, w\u00e4re das Ticket eines epischen Gro\u00dfformat-Streifens in einem Premium-Kino wert gewesen. Doch ich glaube nicht, dass man ihn in einem deutschen Kino wird jemals sehen k\u00f6nnen. Zu viele Linksradikale trachten nur danach, Menschen und Unternehmen Schaden zuzuf\u00fcgen, die den Film, wie jeden anderen guten Film behandeln w\u00fcrden. Ein wertvoller Beitrag zur ethischen Debatte im breiten Publikum einer ganzen Nation. &#8230;der von der ganzen Nation aus falscher R\u00fccksicht nie gesehen wird.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>In meiner Welt bek\u00e4me die US-Produktion je einen Oscar in den Kategorien: Biographie, Aufkl\u00e4rung, Menschenw\u00fcrde und Gef\u00fchle. Dass es sich hierbei nicht um die offiziellen Kategorien der Awards handelt, d\u00fcrfte jedem klar sein. Sie helfen, den Film schlicht besser einzuordnen. Es geht z.B. um Menschen und ihre W\u00fcrde, die nicht durch eine Eigenschaft wie lesen oder atmen k\u00f6nnen entsteht, sondern immer da ist. Aber fangen wir von vorne an!<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist eine Verfilmung einer Biographie. Einer &#8211; wie ich finde &#8211; sehr spannenden Biographie. Zugleich ist es ein Aufkl\u00e4rungsfilm \u00fcber das scheinbar Gute, das ein Gesch\u00e4ftsgebaren an den Tag legt, welches man ansonsten nur von Drogendealern kennt. W\u00e4re nicht die Geschichte einer Frau das Objektiv, durch das man die Dinge sieht, k\u00f6nnte man auch von investigativer Dokumentation sprechen. Es ist eine unverbl\u00fcmte Wahrheit, schockierend aber doch nicht ganz so trocken. Dennoch an entsprechenden Stellen faktisch und sachlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Gezeichnet wird das Bild einer jungen Frau, die Gutes tun will. Sie selbst hat die &#8222;Hilfe&#8220; auch erfahren und m\u00f6chte sie anderen angedeihen lassen. Die Art von Ausweg war f\u00fcr sie eine Notl\u00f6sung und scheinbar akzeptabel. &#8222;Wer am Ertrinken ist, w\u00fcrde sogar nach einem Rasiermesser greifen.&#8220; &#8211; sagt ein polnisches Sprichwort. In schlimmster Not und aus falscher Scham scheinen Dinge opportun, derer man sich sonst sch\u00e4men w\u00fcrde. Dass sie es tat, wird nicht verurteilt. Es wird sehr subjektiv aus ihrem Standpunkt heraus gezeigt. Auch, wie sie sp\u00e4ter darunter leidet. Das moralische Gewissen sind ihre Familie, ihr zweiter Ehemann (und etwas sp\u00e4t auch sie selbst). Man toleriert ihren Fehler, benennt ihn aber auch als solchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ein Film \u00fcber Frauen und ihre Probleme. Und genau deshalb ist es kein Film f\u00fcr Frauen. Dieser Film ist f\u00fcr M\u00e4nner. Ihnen fehlt es oft an Einsicht in die Welt der Frauen, die nur zu gerne eine Zuckerguss-Fassade aufrecht erhalten. Kein Wunder, dass viele M\u00e4nner medizinische Behandlungen, die mit ernsten Gefahren f\u00fcr Leib und Leben der Liebsten einhergehen als probates Mittel zur L\u00f6sung eines &#8222;ungewollten Problems&#8220; ansehen. Schonungslos wird aufgedeckt, wie riskant die Eingriffe sind und aus welchen (aus der Perspektive betrachtet) l\u00e4cherlichen Gr\u00fcnden die Frauen sich das antun. Ein Weckruf an die M\u00e4nner: k\u00fcmmert Euch um eure Frauen und besch\u00fctzt sie vor diesem Horror! Auch ein unsensibles Beschimpfen wird da angeprangert, denn die Hintergr\u00fcnde und die Not bleibt den meisten von uns verborgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz und gar nicht gut werden die selbsternannten Helfer r\u00fcber kommen. Und das ist gut so! Nein, nicht die vielen Gutmenschen, sondern die mit allen Wassern gewaschene Elite, die hinter einer Fassade guter Vors\u00e4tze ein knallhartes Gesch\u00e4ft, pers\u00f6nliches Reichtum oder wenigstens Macht und Ruhm erhoffen sowie autorit\u00e4re F\u00fchrung als Ziel ansehen. Im Namen der Aufkl\u00e4rung wird die Aufkl\u00e4rung mit allen Mitteln verhindert. Im Namen des Schutzes wird ein Gesch\u00e4ft mit den Wehrlosen betrieben. Angebot richtet sich, anders als gedacht, nicht nach Nachfrage sondern umgekehrt! Die Anfrage wird an die gew\u00fcnschten Zahlen angepasst.<\/p>\n\n\n\n<p>Erschreckend ist, mit welchen L\u00fcgen gearbeitet wird. Es werden nicht blo\u00df die Langzeitfolgen wie Unfruchtbarkeit oder psychisches Trauma verschwiegen. Die direkten Auswirkungen werden als harmlose Nebenwirkungen dargestellt. Es wird den Frauen in Not nicht einmal die halbe Wahrheit erz\u00e4hlt. Schon das w\u00e4re Grund genug, den Film als Bildungskino f\u00fcr die Sexualkunde verpflichtend einzuf\u00fchren. Aufkl\u00e4rung soll nicht bei &#8222;Dr Sommer&#8220; stehen bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch ein letzter Grund, warum alle M\u00e4nner den Steifen sehen m\u00fcssen: ungeplant hei\u00dft nicht ungl\u00fccklich. Geschenke und \u00dcberraschungen sind nie geplant. Aber gerade deshalb machen sie uns gl\u00fccklich! Wir haben uns an die weibliche Beliebigkeit gew\u00f6hnt und dennoch st\u00f6rt sie uns. Das eine Ehepaar freut sich auf das Kind und beerdigt in tiefer Trauer einen Sarg mit einer kleinen Dose. Ein anderes, nur weil es nicht gewollt war, behandelt es wie M\u00fcll. Doch die Menschenw\u00fcrde des Ungeborenen h\u00e4ngt weder von deiner Entscheidung ab, es zu lieben, noch davon, ob die Frau es nur als &#8222;ihr Bauch&#8220; ansieht. Es hat eine eigene W\u00fcrde, die uns allen gemein ist. Als M\u00e4nner haben wir den Auftrag, unsere Frauen und Kinder zu besch\u00fctzen und nicht blo\u00df auf Kommando absp\u00fclen oder W\u00e4sche aufh\u00e4ngen &#8211; wie es uns gerne Frauen wei\u00df machen wollen. Nach diesem Film wird uns die origin\u00e4re Aufgabe bewusster denn je.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb meine Einladung an alle Herren: Schaut Euch Unplanned (2020) an. Es ist \u00fcberhaupt nicht schwermutig oder Frauen&amp;Gef\u00fchle-lastig. Es ist leichte Kost mit sch\u00f6nen Aufnahmen und einigen unsch\u00f6nen Bildern. Vor allem ist es eine wirkliche Lebensgeschichte, die darin endet, dass man f\u00fcr seine \u00dcberzeugungen einstehen muss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Film, den ich neulich auf Bibel TV gesehen habe, w\u00e4re das Ticket eines epischen Gro\u00dfformat-Streifens in einem Premium-Kino wert gewesen. Doch ich glaube nicht, dass man ihn in einem deutschen Kino wird jemals sehen k\u00f6nnen. 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